Digitaler Vortrag

Badestädter Ärztin erzählt auf Frankfurter Buchmesse aus ihrer alten Heimat Bolivien

Digital auf der Frankfurter Buchmesse: Ärztin und Buchautorin Maria Eugenia Centellas Pacheco-Rühling.
+
Digital auf der Frankfurter Buchmesse: Ärztin und Buchautorin Maria Eugenia Centellas Pacheco-Rühling.

Die Ärztin und Buchautorin Maria Eugenia Centellas Pacheco-Rühling aus Bad Sooden-Allendorf berichtet auf der Frankfurter Buchmesse aus ihrer alten Heimat Bolivien.

Bad Sooden-Allendorf – Ihre ersten Erfahrungen hat sie bereits im vergangenen Jahr gemacht, als sie auf der Frankfurter Buchmesse ihre literarischen Erinnerungen an ein indigenes Volk Südamerikas vorstellte, das auf den Hochflächen der Anden in Bolivien lebt.

Wenn heute die weltgrößte Buchmesse in der Mainmetropole beginnt, ist die Badestädter Ärztin und Buchautorin Maria Eugenia Centellas Pacheco-Rühling wieder dabei, zwar nicht leibhaftig, dafür aber digital.

Wegen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Reisebeschränkungen und Quarantäneverordnungen bleiben diesmal die Messehallen leer. Zuletzt präsentierten hier Verlage von rund um den Globus die aktuellsten Werke von mehr als 7000 Autoren den etwa 300 000 Besuchern.

Bis zum kommenden Sonntag stellt sich die Messe, vor über 70 Jahren vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet, überwiegend als virtuelles Ereignis dar. Jeder kann per Internet teilhaben.

Von ihrem Zuhause in der Altstadt von Allendorf schaltet sich Maria Pacecho-Rühling täglich mit Bild und Ton in das Messegeschehen ein. In jeweils 45 Minuten erzählt die 70-Jährige, die in La Paz geboren wurde, aus ihrer alten Heimat, berichtet von Kunst und Kultur, widmet sich der Forschung, Umwelt- und Agrarfragen und präsentiert ihr eigenes Buch. Zudem stellt sie den Jesuitenpater, Sprachwissenschaftler und Anthropologen Xavier Albó (85) vor, der sich besonders mit indogenen Völker und der ländlichen Bevölkerung Boliviens auskennt.

Albó hatte Maria Eugenia Centellas Pacheco-Rühling vor knapp 50 Jahren kennengelernt, als das südamerikanische Land noch unter einer Militärdiktatur ächzte. Die Mutter schickte sie als junge Medizinstudentin deswegen aufs Land, um den Menschen dort zu helfen. Als sie selbst Hilfe benötigte, weil sie krank wurde, sprang als Vertretung Andreas Rühling ein. Der war über Mexiko nach Bolivien gelangt. Mit dem Arzt ist Pacheco-Rühling seit vier Jahrzehnten in Bad Sooden-Allendorf verheiratet.

Ihre durch kurze Filme veranschaulichten Vorträge hält sie ausschließlich auf Spanisch und lässt sie simultan teilweise von ihrem Mann, ihrem Sohn Albert und dem Schweizer und früheren Mitstreiter Dr. Christoph Albrecht ins Deutsche übersetzen. Die englische Version übernimmt am letzten Tag Dr. Denise Arnold. Nach wie vor pflegt die Wahl-Nordhessin engen Kontakt nicht nur zu dem Jesuitenpater, sondern natürlich auch zur Verwandtschaft.

Vier Schwestern und ein Bruder leben in Bolivien, die Stiefmutter und zwei weitere Brüder in den USA. Zuletzt selbst in Bolivien war sie vor drei Jahren und hätte im März auch wieder dorthin reisen wollen. Aber Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung. So auch bei dem Vorhaben, mit einem Stand auf der Buchmesse die Literatur des südamerikanischen Landes vorzustellen. Daran hatte die Autorin seit Jahresanfang gearbeitet und für die Standgebühren auch schon die Rechnung erhalten, die sie nun aber nicht begleichen musste.

Info: Wer mehr über Bolivien erfahren möchte, kann sich unter zoom.us kostenlos registrieren und sich mit der Identifikationsnummer ID77070402050 und den Kenncode GdyB11 die Vorträge anschauen. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. (Chris Cortis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.