„Eine Schande für die Kurstadt“

Marode Brücken am Gradierwerk in Bad Sooden-Allendorf – Sanierung kostet 45 000 Euro

Dringend sanierungsbedürftig: Die Fußgängerbrücke, die über den Solgraben zum Gradierwerk führt, ist durch Bauzäune abgesperrt.
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Dringend sanierungsbedürftig: Die Fußgängerbrücke, die über den Solgraben zum Gradierwerk führt, ist durch Bauzäune abgesperrt.

Die Brücke zum Gradierwerk in Bad Sooden-Allendorf muss saniert werden.

Bad Sooden-Allendorf – „Verwittert, Pilzbefall, lose und herausgebrochene Bauteile, abgesackt“ - so lautet das Sachverständigenurteil über den beklagenswerten Zustand zweier hölzerner Fußgängerbrücken über den Solgraben, die vom Söder Tor bzw. vom Schwanenteich aus zum Gradierwerk führen, das nicht nur von Kurgästen gern als Freiluftinhalatorium genutzt wird.

Die Weichen für eine rasche Sanierung hat jetzt der Bauausschuss gestellt, indem er dem Stadtparlament einstimmig empfohlen hat, die mit einem Sperrvermerk versehene Summe von 45 000 Euro zur Instandsetzung frei zu geben.

Am ärgsten betroffen ist das Brückchen am Söder Tor, das wegen mangelnder Verkehrssicherheit nach Erinnerung von Ausschussmitglied Michael Ruess „schon seit über einem Jahr“ durch Bauzäune abgesperrt ist. „Eine Schande für die Kurstadt“, fügte er hinzu, der mehrfach auch schon von Einheimischen auf den Missstand angesprochen worden sei. Nicht ganz so schlimm sieht es bei der inzwischen verstärkten zweiten Brücke aus. Allerdings besteht laut Prüfbericht auch in diesem Fall Handlungsbedarf.

Der Ausschuss gab auch grünes Licht für das Vorhaben eines Privatinvestors, der im Stadtteil Oberrieden auf einer Freifläche von 2100 Quadratmetern drei Doppelhäuser mit Carports bzw. Stellplätzen errichten möchte.

Jede der dort sechs entstehenden Wohnungen soll knapp 140 Quadratmeter groß sein. Mit Einverständnis des Ortsbeirates Oberrieden dürfen die Häuser statt eines Satteldaches ein Flachdach erhalten. Offen ist noch, ob der Investor einer Anregung von Ausschussmitglied Jonas Döring folgen wird, die Dächer zu begrünen. Im Sinne eines gesünderen Klimas unterstütze das auch der Ausschuss insgesamt, so Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann.

Zunächst ungeklärt bleibt außerdem, wie die Wohnhäuser an den Ortskern angeschlossen werden. In privater Hand bleibt der Erschließungsweg zu den Gebäuden, weshalb die Anlieger auch für die Verkehrssicherungspflicht zuständig sind.

Nichts in den Weg gelegt hat der Ausschuss ferner dem privaten Vorhaben, ein Wohngebäude im Gebiet Auf dem Wassergraben zu errichten. Das Grundstück war ursprünglich zur Ansiedlung einer Bäckerei und einer Metzgerei vorgesehen. (zcc)

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