Eine Stadt liest ein Buch: Projekt soll Badestädter miteinander ins Gespräch bringen

Bad Sooden-Allendorf liest bald ein Buch, aber welches: Die Initiatoren (von links) Dr. Jörg Möller (Rhenanus-Schule), Bürgermeister Frank Hix und St.-Crucis-Pfarrer Hubertus Spill hoffen auf viele Buchvorschläge für das Projekt. Alle Badestädter sind gefragt. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Im Jahr des Stadtjubiläums 800 Jahre Bad Sooden-Allendorf sollen die Bewohner noch stärker miteinander in Kontakt kommen - mithilfe eines einzigen Buches, das noch nicht bestimmt ist.

So wollen Bürgermeister Frank Hix, Dr. Jörg Möller von der Rhenanus-Schule und Pfarrer Hubertus Spill von der St.-Crucis-Kirchengemeinde Anfang 2018 Menschen und Gruppen über Generationsgrenzen hinweg ins Gespräch bringen.

„Eine Stadt liest ein Buch“ ist der Titel des Projekts, dessen Idee aus Chicago stammt. Über mehrere Wochen hinweg, für Bad Sooden-Allendorf sind sechs angedacht, sollen möglichst viele Badestädter - vom Schüler bis zur Seniorin - das Buch lesen und auf Veranstaltungen mit bekannten und unbekannten Personen darüber sprechen.

Mehrere Gründe nennen die drei Initiatoren, warum sie sich die Aktion in Bad Sooden-Allendorf gut vorstellen können. Es mache Lust auf Lesen, stärke die örtlichen Buchhandlungen und auch die Stadtbücherei und biete vielen Menschen, Gruppen, Vereinen und Institutionen die Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Formen mit Angeboten einzubringen. Da denken sie an Vorlesestunden und Diskussionsforen, Konzerte, Theateraufführungen und Literaturgottesdienste. „Jeder und jede kann sich einbringen“, ermutigen die Initiatoren die Interessenten schon heute.

Doch zunächst muss das eine Buch, das die Stadt dann im Februar und März 2018 lesen soll, ausgewählt werden. Dazu werden alle Einwohner eingeladen, sich Gedanken zu machen und ein Buch vorzuschlagen. Thematisch soll es um „Freiheit und Aufbruch“ gehen. Das kann, nennen die Initiatoren willkürlich als Beispiele, von „Ronja Räubertochter“ über Reformations-Geschichten bis zu Romanen über Flucht und Grenzöffnung reichen.

Ferner soll das Werk von einem deutschsprachigen Autor geschrieben worden sein, der noch lebt - und damit auch zu einer Abschlussveranstaltung eingeladen werden kann. Schließlich empfiehlt sich eine Veröffentlichung in Form eines Taschenbuches mit höchstens 300 Seiten, das auch preisgünstiger ist als in gebundener Form.

An alle Haushalte in der Stadt sollen Anfang Mai Teilnahmekarten verteilt werden, die für die Buchvorschläge genutzt werden können.

Welches Buch von der Jury - bestehend aus den drei Initiatoren - ausgewählt worden ist, werde noch vor den Sommerferien bekannt gegeben. Damit die jeweiligen Beiträge zu dem Projekt rechtzeitig organisiert werden können. Alle eingereichten Veranstaltungsvorschläge werden schließlich auch in einem Faltblatt zusammengefasst.

Hintergrund:

Projektidee stammt aus Chicago

„Eine Stadt liest ein Buch“ bezeichnet eine Form des lokalen Lese- oder Buchmarketings, bei der über mehrere Wochen möglichst viele Menschen einer Stadt ein bestimmtes Buch lesen und auf Veranstaltungen mit bekannten oder unbekannten Personen darüber sprechen.

Die Idee zu dem Projekt stammt aus Chicago, wo es erstmals als „One Book, One Chicago“ realisiert wurde. Heute gibt es in einigen Ländern das Projekt; in Deutschland wurde es 2002 zum Beispiel erstmals in Bad Hersfeld, Hamburg und Potsdam umgesetzt. In Wien ist seit 2002 eine vergleichbare Kampagne als „Eine Stadt. Ein Buch.“ etabliert. In Köln findet seit 2003 die Aktion „Ein Buch für die Stadt“ statt. In Frankfurt am Main gibt es seit 2010 im April das Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“.

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