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Verfahren gegen Dirk Landau ist eingestellt

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Das Verfahren gegen Dirk Landau wegen des Vorwurfs der Verleumdnung ist eingestellt worden.
Das Verfahren gegen Dirk Landau wegen des Vorwurfs der Verleumdnung ist eingestellt worden. © Lara Thiele

Doch kein Freispruch für den ehemaligen Badestädter CDU-Landtagsabgeordneten Dirk Landau. Das Strafverfahren gegen ihn wegen Verleumdung, das auf einer Anzeige des damaligen pädagogischen Leiters des inzwischen geschlossenen Sportinternats in Bad Sooden-Allendorf 2017 basiert, ist eingestellt worden.

Bad Sooden-Allendorf – Alle Verfahrensbeteiligten stimmten der Einstimmung nach Paragraf 153 Absatz 2 der Strafprozessordnung zu. Das heißt, dass die – prognostizierte – Schuld des Angeklagten von Staatsanwaltschaft und Landgericht Kassel als gering angesehen wird und beide auch kein öffentliches Interesse an der Verfolgung der Tat sehen.

Eine erste gerichtliche Entscheidung dazu hatte es Ende März 2021 gegeben. Damals sprach das Amtsgericht Eschwege Dirk Landau frei. Die Anklagevertreterin hatte auf Verurteilung und eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen plädiert. Anschließend wurde von der Staatsanwaltschaft Kassel gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

Zwei Jahre zuvor, im März 2019, hatte die Staatsanwaltschaft zunächst den Erlass eines Strafbefehls wegen des Vorwurfs der Verleumdung beantragt. Hiergegen hatte Landau Einspruch eingelegt.

Das Berufungsverfahren mit der letztlichen Einstellung fand am 18. November 2021 statt, wie erst kürzlich bekannt wurde.

Vorgeworfen worden war Dirk Landau, damals noch Mitglied des Hessischen Landtags, den Internatsleiter auf dem Parkplatz eines Einkaufs- und eines Baumarktes in Sooden des Drogenverkaufs an seine Schüler bezichtigt zu haben – und das hörbar für unbeteiligte Menschen in der Nähe.

Das Ganze hatte in der Folge für großes Aufsehen weit über die Grenzen der Stadt gesorgt. Denn Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix (CDU), der damals in ehrenamtlicher Funktion auch Geschäftsführer des Sportinternats war, hatte den ihm vom Internatsleiter geschilderten Vorfall in einem Brandbrief Ende November 2017 Hessens damaligem Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Volker Bouffier zur Kenntnis gegeben. In Kopie ging das Schreiben auch an die Vorstände von CDU-Kreis- und -Stadtverband sowie die CDU-Stadtverordnetenfraktion.

Und im August 2018, just während des Bad Sooden-Allendorfer Erntefestes und gut zwei Monate vor der Landtagswahl, war dann beantragt worden, die Immunität des Abgeordneten Landau aufzuheben.

Ex-Sportinternatsleiter sieht sich bestätigt

Der ehemalige Sportinternatsleiter sieht sich durch die Einstellung des Verfahrens bestätigt, da Landau vom Landgericht eben nicht freigesprochen worden sei. Damit sei endlich klar, dass Landaus Anschuldigungen gegen ihn völlig aus der Luft gegriffen gewesen seien. Diesbezüglich sei auch zu keiner Zeit ermittelt worden, so der Badestädter, der in dem Verfahren als Zeuge geladen war. Dirk Landau wollte auf Anfrage zu der ganze Sache nichts mehr sagen.  (sff)

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