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Wincent Weiss begeistert im Soundgarten

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Von: Per Schröter

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Bad in der Menge: Wincent Weiss genoss es, wieder auf Tour zu sein.
Bad in der Menge: Wincent Weiss genoss es, wieder auf Tour zu sein. © Per Schröter

Rund 2500 Zuschauer wollten am Samstag Wincent Weiß beim Soundgarten-Open-Air sehen.

Bad Sooden-Allendorf – Riesenstimmung herrschte am Samstagabend auf dem Soundgarten-Gelände in Bad Sooden-Allendorf, wo Wincent Weiss im Rahmen seiner Sommertour 2022 Station machte.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der 29-jährige Songwriter und Deutschpop-Star die überwiegend weiblichen Anhänger beim Soundgarten-Festival mit seinem Auftritt verzückt. Durften damals wegen der Corona-Beschränkungen gerade einmal 1000 Tickets verkauft werden, fanden am Samstag rund 2500 begeisterte „WW“-Fans Einlass. Einige Hardcore-Fans hatten zuvor sogar die Nacht auf dem Gelände verbracht, um auch wirklich die besten Plätze direkt vor der Bühne zu bekommen. Und niemand wurde enttäuscht.

Wie schon vor einem Jahr, dauert es auch diesmal nur Sekunden, bis Wincent Weiss das Eis gebrochen und die Masse voll unter Kontrolle hat. Ganz in Schwarz gekleidet, mit deutlich verändertem Look (die braunen Wuschelhaare sind inzwischen einer raspelkurzen Sommerfrisur gewichen) und begleitet vom Lärm mehrerer Konfettikanonen, stürmt Weiss auf die Bühne, stimmt die ersten Töne seines Hits „Musik sein“ an, um den Kopf gleich danach mit einem breiten Grinsen in den Nacken zu legen und das Publikum einige Strophen des Liedes aus vollen Kehlen selbst singen zu lassen. Ein echter Gänsehautmoment! Als er dann anschließend bei „Hier mit Dir“ auch noch über das Absperrgitter springt, sich singend den Weg durch die Massen bahnt und sogar für das eine oder andere gemeinsame Selfie zu haben ist, sind die Fans komplett aus dem Häuschen.

„Es ist einfach wunderbar, endlich wieder auf Tour und Euch dabei richtig nah sein zu können“, sagt Wincent Weiss, nachdem er die Partystimmung mit seinem Gassenhauer „Die guten Zeiten“ noch weiter angeheizt hat. Dass der Sänger, dessen Karriere vor sieben Jahren mit der Coverversion des Songs „Unter meiner Haut“ so richtig begann und der zuvor als Kellner und als Model sein Geld verdiente, auch anders kann und trotz seiner jungen Jahre enorm viel zu erzählen hat, zeigen dann die nächsten Stücke. „Was die Menschen nicht wissen“ habe er beispielsweise geschrieben, weil er selbst große Probleme mit Mobbing, Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken hatte, weshalb er vor allem jüngere Mädchen zu einem vorsichtigen Umgang mit Instagram und Co auffordert. In „Winter“ von seinem aktuellen Album erzählt er von einer Zeit, als es ihm auf dem Höhepunkt seines Erfolges psychisch plötzlich „nicht so gut“ ging und er sich in Therapie begab. „Das hat mir enorm geholfen und ich kann jedem, der solche Probleme hat, nur raten, sich bei eine Arzt Hilfe zu suchen“, sagt er und erntet dafür donnernden Applaus.

Dass an diesem Samstag wirklich niemand sein Kommen zu bereuen braucht, daran hat auch Fabian Wegerer seinen Anteil. Als Support von Wincent Weiss hatte der 23-jährige Österreicher den Abend eröffnet und das Publikum eine halbe Stunde lang mit eingehenden Beats sowie starken und schonungslos offenen Texten und Bekenntnissen begeistert. Vielleicht ja der Anfang einer großen Karriere für den sympathischen Wahl-Münchener. Zu wünschen wäre es ihm. (per)

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