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Comedian Bülent Ceylan begeistert beim Soundgarten mit Selbstironie

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Von: Nicole Demmer

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Stimmstark präsentierte der Künstler sich bei seinen Gesangsbeiträgen.
Stimmstark präsentierte der Künstler sich bei seinen Gesangsbeiträgen. © Elvan Polat

Beim auftritt von Bülent Ceylan im Soundgarten bleib kein Auge trocken.

Bad Sooden-Allendorf – Er hat es einfach drauf, der Türk‘ – wie Comedian Bülent Ceylan sich selbst nennt. Am Sonntag begeisterte der Mannheimer beim Soundgarten in Bad Sooden-Allendorf rund 1000 Besucher und präsentierte sich als „Luschtobjekt“, wie er sein Programm im schönsten Mannheimer Dialekt selbst nennt.

Erst einmal sei es die „Luscht, wieder etwas zusammen zu machen“, verriet Ceylan, hatte Corona doch auch seine Auftritte betroffen und gab stattdessen Autoshows. Für ihn nicht das Wahre, wie er feststellte, mussten die Zuschauer doch Lachen durch Hupen ersetzen. Dass er auch als echtes „Luschtobjekt“ taugt, bewies er, indem er keck das T-Shirt lüpfte.

Was Ceylan besonders gut kann, ist mit Selbstironie und Klischees spielen. „Ich lache wie ein Schwein. Ein Türke, der wie ein Schwein lacht, besser geht es nicht für Euch Deutschen“, konstatierte er und erntete so manchen verhaltenen Lacher. Mit herzhaftem Applaus quittierten die Zuschauer Einblicke ins Familienleben, wo er nicht der Bühnenstar ist, sondern für Sohn und Tochter als Pony herhalten muss.

Immer wieder suchte Ceylan auch den Kontakt zum Publikum. Sei es, als er sich spontan für ein Foto mit einer Fangruppe in Pose stellte, fünfjährigen Drillingen erlaubte, sich ein Souvenir am Merching-Stand auszusuchen und der Besucherin Tanja ein deutsch-türkisches „Happy Birthday“ sang.

Selbstverständlich durften Ceylans Kultfiguren nicht fehlen: Harald, der ewige Junggeselle auf der Suche nach der großen Liebe, Ober-Macho Hassan mit kessem Hüftschwung, Anneliese mit ihrem charateristisch-quietschenden Lachen und Mompfred, der Hausmeister, dem seine allgegenwärtige „Pumpewasserzong“ (Wasserpumpenzange, Red.) deutlich lieber zu sein scheint, als die eigene Gattin. Denn: „Sex ist anstrengend, hält vom Schlafen ab und ist schlecht für den Rücken.“ Mit dabei war auch die neue Figur, Donnergott Thor, der natürlich alles „Hammer“ findet und den die Glocken der nahem St.-Crucis-Kirche aus dem Konzept brachten: „Jetzt habe ich den Text vergessen.“

Den Abschluss bildete ein Block mit Ceylans zweitem Standbein. Er hat kürzlich einen Plattenvertrag bei Universal unterschrieben. Aber erst müsse er das Bad Sooden-Allendorfer Publikum von seinem Gesang überzeugen. Das ließ sich nicht lange bitten, und feierte den 46-Jährigen zu den Titeln, die er 2019 in der Pro7-Sendung „The Masked Singer“ im Kostüm des Engels abgeliefert hatte: „Sweet Dreams“ von Eurythmics und „Engel“ von Rammstein. Besinnlich wurde es mit „Nothing else matters“ von Metallica und „Freiheit“ von Marius Müller-Westerhagen. „Ich dachte, das ist ein sehr guter Schluss“, kommentierte Ceylan angesichts der aktuellen Weltlage.

Der Dank des Publikums für kurzweilige zweidreiviertel Stunden Programm: Reichlich verdienter Applaus. (nde/elv)

Stimmstark präsentierte der Künstler sich bei seinen Gesangsbeiträgen.
Stimmstark präsentierte der Künstler sich bei seinen Gesangsbeiträgen. © Demmer, Nicole

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