Er sucht Ruhe in der Auszeit

Bad Soodens Pfarrer Daniel Bormuth macht ein Jahr Sabbat

Dass der Sabbat auch zwölf Monate dauern kann, wird deutlich am Beispiel von Soodens Pfarrer Dr. Daniel Bormuth (48), der am heutigen Dienstag sein Sabbatjahr antritt und sich bis Ende Mai nächsten Jahres eine Auszeit nimmt.
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Dass der Sabbat auch zwölf Monate dauern kann, wird deutlich am Beispiel von Soodens Pfarrer Dr. Daniel Bormuth (48), der am heutigen Dienstag sein Sabbatjahr antritt und sich bis Ende Mai nächsten Jahres eine Auszeit nimmt.

Dr. Daniel Bormuth, Pfarrer in Bad Sooden-Allendorf, beginnt heute sein Sabbatjahr, in dem er dann alles in Ruhe machen möchte. Davon soll vor allem seine Familie profitieren.

Bad Sooden-Allendorf – Schon im Alten Testament steht als drittes der Zehn Gebote geschrieben, den Sabbat zu heiligen. Das war im Judentum der Tag, an dem jegliche Arbeit ruhen sollte und der vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am darauf folgenden Sonnabend dauerte. Im Christentum ist das der Sonntag, an dem zu Ostern Jesu Christi Auferstehung von den Toten gefeiert wird.

Dass der Sabbat auch zwölf Monate dauern kann, wird deutlich am Beispiel von Soodens Pfarrer Dr. Daniel Bormuth (48), der am heutigen Dienstag sein Sabbatjahr antritt und sich bis Ende Mai nächsten Jahres eine Auszeit nimmt.

Seit 16 Jahren geht der Geistliche seiner Arbeit nach, die er mehr als Berufung, denn als Beruf empfindet. Sechs Jahre wirkte er als Seelsorger in Bad Zwesten, bevor er vor knapp zehn Jahren seine zweite Pfarrstelle an St. Marien übernahm.

Schon vor fünf Jahren hat der dreifache Familienvater sein Sabbatjahr beantragt, wofür es nur im Öffentlichen Dienst einen Rechtsanspruch gibt. Weil diese Auszeit nicht bezahlt wird, verzichtete er vier Jahre lang auf jeweils 25 Prozent seines Gehalts.

In der Mitte seines beruflichen Lebens möchte Bormuth vor allem eins: „Alles in Ruhe machen“, vom Putzen über Einkaufen und Kochen bis hin zur Gartenarbeit. Dabei hat er zu allererst seine Familie im Blick, mit der er nun mehr Zeit verbringen könne. Als Soloflötistin des Göttinger Symphonieorchesters ist seine Frau Bettina zu Proben und Konzerten oft außer Haus. Tochter Hanna-Maria (19), die professionelle Bratschistin werden möchte, steckt gerade mitten im Abitur. Sohn Emanuel (15) besucht die 9. Klasse des Gymnasiums, während sein Bruder Cornelius (21) gerade freiwilligen Wehrdienst leistet.

Mehr kümmern, ist Bormuth froh, könne er sich jetzt auch um seine 87-jährige Mutter, die im vergangenen Jahr ihren Mann (90) verloren hat und jetzt bei seiner Schwester in Marburg lebt. Wie seine Frau beruflich stark beansprucht, habe er seine Mutter zuletzt nur alle zwei Wochen besuchen können. Vorgenommen für seine Auszeit hat sich Bormuth außerdem, theologischen Laien vertiefende biblische Grundkenntnisse zu vermitteln. Auf freiwilliger Basis könnten Lektoren und Prädikanten ihr Wissen über Altes und Neues Testament erweitern.

Nicht geplant seien hingegen größere Reisen. Vielmehr hat der 48-Jährige vor, des Öfteren mal die Wanderstiefel zu schnüren. Dankbar ist Bormuth seinen Amtsbrüdern in Bad Sooden-Allendorf und den Kirchenvorständen in Sooden und Kleinvach, die viel Verständnis für sein Sabbatjahr gezeigt und damit das gute Miteinander nur bestätigt hätten.

Zwölf Monate vorausgedacht, freue er sich dann auch wieder, für die Gemeinde da zu sein. (Chris Cortis)

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