Vor 60 Jahren geheiratet

Der erste Kuss im Omnibus: Willi und Inge Dins feiern heute Diamantene Hochzeit

Frisch vermählt: Einen Tag nach der standesamtlichen Hochzeit verlassen Inge und Willi Dins nach ihrer kirchlichen Trauung das Gotteshaus in Allendorf. 
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Frisch vermählt: Einen Tag nach der standesamtlichen Hochzeit verlassen Inge und Willi Dins nach ihrer kirchlichen Trauung das Gotteshaus in Allendorf. 

In Bad Sooden-Allendorf feiern Willi (84) und Inge Dins (81) heute ihre Diamantene Hochzeit. 1958 lernten sie sich bei einer Ausfahrt zur Weltausstellung in Brüssel kennen. 

An das Kribbeln im Bauch können sich beide noch gut erinnern. 62 Jahre ist es her, dass sich ihre Lippen erstmals berührten. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Jahr später gaben sie sich ihr Eheversprechen. Und wieder zwölf Monte danach traten sie vor den Traualtar: In Bad Sooden-Allendorf feiern Willi (84) und Inge Dins (81) heute ihre Diamantene Hochzeit.

Ausgerechnet in einem Omnibus und damit sozusagen vor Publikum tauschten sie ihren ersten Kuss. Und dass es soweit kam, ist einem reinen Zufall zu verdanken, der ihr Glücksfall werden sollte.

Zur Weltausstellung 1958 in Brüssel hatte der DGB-Ortsverein Bad Sooden-Allendorf einen Bus gechartert. Weil noch einige Plätze frei waren, bot sie der Veranstalter bei der Polizeischule in Hofgeismar an. Und eben dort befand sich Willi Dins gerade in der Ausbildung, der die Offerte mit anderen Kumpels gern annahm. Sein Blick fiel schnell auf die hübsche Inge, und während des verlängerten Wochenendes in der Fremde kamen sich beide rasch näher.

Inge, die mit Mädchennamen Hohmann heißt und als einziges Kind einer alteingesessenen Allendorfer Familie entstammt, erlernte in Eschwege den Beruf der Schneiderin, wechselte aber sehr bald zur Kurverwaltung nach Bad Sooden-Allendorf, wo sie bis zwei Jahre nach ihrer Hochzeit blieb.

Willi Dins, jüngstes von fünf Geschwistern, stammt aus einem kleinen Dorf in Hinterpommern, das heute polnisch ist. Kriegs- und Nachkriegswirren verschlugen ihn nach Hessisch Lichtenau, wo er – mehr der Not gehorchend, als dem eigenen Triebe – eine Lehre als Weber absolvierte – ein Beruf, der ihm allerdings überhaupt nicht schmeckte.

Genießen ihr Heim im Grünen : Willi und Inge Dins sind seit 60 Jahren verheiratet. 

Einem Tipp seines Bruders folgend, bewarb er sich erfolgreich um eine Ausbildungsstelle an der Polizeischule in Hofgeismar und ging vier Jahre später zur Schutzpolizei nach Frankfurt. Um seiner Inge nahe zu sein, hielt es ihn dort aber gerade mal zehn Monate. Und wieder spielte der Zufall eine Rolle. Auf dem Erntefest in Allendorf war ihm nämlich gesteckt worden, dass die Stadtpolizei in Eschwege Verstärkung suche. Fünf Jahre blieb er dort, ehe er nach einem Probejahr als Kripobeamter vom Kommissariat in Eschwege übernommen wurde und 30 Jahre später als Hauptkommissar in Pension ging.

Früher habe er gern gekegelt, erzählt der diamantene Bräutigam, der seit mehr als 30 Jahren Stütze im örtlichen Männerchor ist und damit dasselbe Hobby teilt wie seine Frau, auf die der inzwischen aufgelöste Badestädter Frauenchor drei Jahrzehnte nicht verzichten wollte. Gern erinnern sich beide auch an ihre Urlaubsreisen, die sie an Nord- und Ostsee sowie in die Berge nach Bayern und Österreich führten.

Zwei Söhne und eine Tochter schenkte Inge ihrem Willi. Und zur Nachkommenschaft des glücklichen Paares gehören vier Enkelkinder und ein Urenkel – allesamt Jungs.

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