Feiern, Tagungen und Konzerte im Schloss

Ehepaar aus Kassel will Rothestein zu Event-, Tourismus- und Kulturzentrum machen

Das majestätische Schloss soll bald wieder Menschen aus der Region und darüber hinaus anlocken.
+
Das majestätische Schloss soll bald wieder Menschen aus der Region und darüber hinaus anlocken.

Bad Sooden-Allendorf – Für Bürgermeister Frank Hix ist es „die großartigste Nachricht der vergangenen Zeit“: Schloss Rothestein, seit Jahren im Tiefschlaf, wacht auf zu neuem Leben.

Erweckt wird es von einem Ehepaar aus Kassel. Alexander Djukic (39) und Anika Freund-Djukic (34) wollen das historische Gemäuer schrittweise entwickeln zu einem Event-, Tourismus- und Kulturzentrum mit regionaler und überregionaler Strahlkraft. Am Donnerstag haben die Marketing-Expertin und ihr aus der Immobilien- und Baubranche stammender Ehemann ihre ambitionierten Pläne vorgestellt.

„Es ist unser erstes Objekt, um der Öffentlichkeit etwas Gutes zu tun“, sagt Alexander Djukic.

Jahrelang habe man auf diesem Augenblick gehofft, sagt Hix. Künftig soll auf Schloss Rothestein auch wieder geheiratet werden. Hix sprach von einem „Meilenstein für den Tourismus in Stadt und Region“.

Zuletzt war das Schloss Ende 2017 gastronomisch genutzt worden, ehe das Gelände verriegelt wurde. Im Idealfall soll die Gastronomie schon im Frühjahr 2022 in die vorgelagerten und noch komplett umzubauenden Stallgebäude einziehen, deren Fassade zum Tal hin verglast wird und den Gästen somit einen Ausblick auf die Werra-Schleife und die umliegenden Hügel und Berge gewährt. Gesucht für die möglichst ganzjährige Bewirtung wird noch ein Betreiber vom Fach, der Näheres über die Homepage erfährt.

Schon in diesem Jahr finden aufgrund vieler Anfragen drei exklusive, so genannte „Lost-Places-Fototouren“ auf Schloss Rothestein statt, und zwar jeweils am ersten Sonntag in den Monaten Oktober, November und Dezember. Die vierstündigen Entdeckungsreisen zu Fuß beginnen immer um 11.30 Uhr.

Kurzfristig auf der Agenda steht auch die Instandsetzung der knapp 2,5 Kilometer langen Auffahrt zum Schloss, in der sich viele Schlaglöcher befinden.

Am Ende soll Rothestein neben Kulinarischem auf der Terrasse, im Café und im Lokal Raum bieten für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Empfänge, Feste und Märkte, ferner für Tagungen, Seminare, Workshops und Messen sowie Ausstellungen und Konzerte. Regelmäßig sollen dann Führungen im Schloss und den Außenanlagen stattfinden. (zcc)

rothestein.de

Im Jahr 1891 wurde der Grundstein gelegt

130 Jahre zurück reichen die Anfänge von Schloss Rothestein, das seit der Grundsteinlegung im Jahr 1891 in neugotischem Stil gut drei Kilometer südöstlich von Bad Sooden-Allendorf erbaut wurde. Sein Name leitet sich von dem roten Stein des Schlossberges ab, ist in der Chronik nachzulesen.

Bau und Erweiterung der Schlossanlage gehen auf Adolph Freiherr von und zu Gilsa sowie Carl Ludwig von Knoop zurück. Bereits 1897 wurde das Anwesen an den deutschstämmigen und im englischen Manchester lebenden Großindustriellen Baron Louis von Knoop verkauft. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet der einst reiche Schlossherr zunehmend in wirtschaftliche Bedrängnis, und Rothestein wechselte im Jahr 1928 erneut den Besitzer. Für rund 800 000 Goldmark, so heißt es, ging das Schloss an Dr. Georg Freiherr von Lüninck über. Bis 1989 verblieb Rothestein im Besitz dieser Familie. Als einer der Nachkommen wohnt heute noch der Rechtsanwalt Freiherr Georg von Lüninck in der Gärtnerei am Fuße des Schlossberges. Letzter Eigentümer war der Diplom-Ingenieur Theo Becker, der vor elf Jahren verstarb. (zcc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.