Für Übungszwecke

Frau aus Bad Sooden-Allendorf spendete Feuerwehr ihr Auto

Bald heißt es Abschied nehmen: Roswitha Teuchner aus Bad Sooden-Allendorf stellt ihren Ford Mondeo der Feuerwehr Hessisch Lichtenau zu Übungszwecken zur Verfügung. Foto: Künemund

Bad Sooden-Allendorf. Roswitha Teuchner aus Bad Sooden-Allendorf weiß sehr genau, warum sie ihren petrolfarbenen Ford Mondeo der Feuerwehr Hessisch Lichtenau spendet.

„Vielleicht brauche ich als Kraftfahrerin auch irgendwann mal die Hilfe der Feuerwehr. Ich könnte mit den 70 Euro, die ich auf dem Schrottplatz für den Wagen bekommen würde, sicher keine Menschenleben retten“, sagt die 72-Jährige.

Sie ist als Erste dem Aufruf in der HNA gefolgt, ihr altes Auto einer Wehr zu Übungszwecken zur Verfügung zu stellen. „Am Erscheinungstag rief mich meine Fußpflegerin an und fragte, ob ich den Bericht in der Zeitung gesehen hätte. Sie wusste, dass ich mein Auto verschrotten lassen wollte“, sagt die Rentnerin, die in dem Moment gerade noch am Lesen gewesen sei. Danach habe sie sich kurzerhand entschlossen, ihren „Blitz“ - so nennt sie ihr Auto - dem guten Zweck zur Verfügung zu stellen.

Auch wenn ihr Herz daran hängt, wie sie selbst sagt. 20 Jahre sei sie den Ford gefahren. Noch heute erinnert sich Roswitha Teuchner an den Tag, an dem sie ihn gekauft hat. Ihr kürzlich verstorbener Mann Franz habe im Februar 1995 gefragt, warum ihr damaliges Auto auf dem Hof und nicht in der Garage stehe. „Da ist was drin, das ich erst rausräumen muss“, antwortete sie. Als er den neuen Wagen dann sah, sagte er: „Alle haben wieder was gewusst, nur ich nicht.“

Die ehemalige Betreiberin des Kurstübchens in Bad Sooden-Allendorf erzählt auch, dass sie ihren Mann täglich an die Arbeit gefahren und wieder abgeholt hat. „Das Auto hat mich nie im Stich gelassen. Doch jetzt würde es wegen Löchern im Unterboden nicht mehr durch den Tüv kommen.“

Nun wartet Roswitha Teuchner nur noch darauf, dass ihr neuer Ford Fiesta vor der Tür steht. Dann geht ihr altes Fahrzeug in den Besitz der Feuerwehr über. „Was haben die sich gefreut, als ich ihnen mein Auto angeboten habe. Und auch ich habe mich den ganzen Tag wohl gefühlt, weil ich etwas Gutes getan habe“, sagt sie und lächelt. Sie habe sowieso schon immer gerne anderen Menschen geholfen. „Nur ist das nicht bei allen so. Hoffentlich bekommt die Feuerwehr noch viele Autos“, sagt sie.

Hintergrund:

Jeder Verkehrsteilnehmer kann einmal in einen Unfall verwickelt werden - umso wichtiger ist es, dass die ehrenamtlichen Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr dann wissen, wie sie Unfallopfer aus einem Auto befreien. Aus diesem Grund haben wir von der HNA gemeinsam mit den Wehren im Werra-Meißner-Kreis die Aktion „Alte Autos für die Feuerwehr“ ins Leben gerufen.

Wir bitten Sie darum, die Ausbildung der Wehren zu unterstützen und Ihr altes Auto zur Verfügung zu stellen, wenn es reif für die Schrottpresse ist. Davon können alle profitieren. Viele Wehren würden das Fahrzeug sogar bei Ihnen abholen.

Kontaktieren Sie dazu einfach Ihre örtlichen Brandschützer oder rufen Sie an unter Tel. 0173 /9624881.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.