Großteil des Stammpersonals mit Corona infiziert

Dank Freiwilliger: Bewohner des Seniorenzentrums „Rosengarten“ können bleiben

Das Pflegeheim „Rosengarten“ in Sooden, hier der Eingang zum Anbau des Gebäudekomplexes.
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Betrieb kann weiterlaufen: Dank der Unterstützung durch freiwillige externe Helfer können die derzeit 20 Bewohner im Pflegeheim „Rosengarten“ in Sooden, hier der Eingang zum Anbau des Gebäudekomplexes, trotz coronabedingten Personalnotstands weiter dort versorgt und betreut werden.

Die 20 Bewohner des Senioren- und Pflegeheimes „Rosengarten“ in Sooden können – aller Voraussicht nach – in ihrer Betreuungseinrichtung bleiben und müssen nicht in anderen Heime verlegt werden.

Bad Sooden-Allendorf – Dank vieler Freiwilliger, die sich auf den am Montag um 18 Uhr veröffentlichten Video-Aufruf von Bürgermeister Frank Hix sehr bald meldeten und Hilfe anboten, konnte nicht nur der Nachtdienst bis Dienstag abgedeckt werden. Coronabedingt hatte für diesen kein Personal mehr zur Verfügung gestanden. „Die Tagdienste in dieser Woche und die nächsten Wochenenddienste sind auch schon abgedeckt“, berichtete Michaela Sippel, die Leiterin des kleinen, privat geführten Seniorenheimes. Sie war am Dienstagvormittag erleichtert, vor allem, dass die Bewohner nicht in eine fremde Umgebung umziehen mussten. Schließlich litten die meisten an Demenz.

Lediglich fünf der 23 mit dem Corona-Virus infizierten Bewohner werden wegen schwererer Krankheitsverläufe im Klinikum in Witzenhausen behandelt. Von den Mitarbeitern in der Pflege und im Hauswirtschaftsbereich des „Rosengartens“ sind die meisten von Corona betroffen, am Montag standen nur noch fünf Kollegen zur Verfügung. Die könnten jetzt dank der Freiwilligen entlastet werden, sagte Sippel, die selbst mit dem Virus angesteckt ist und unter der Krankheit leidet.

Michaela Sippel, Leiterin des Seniorenheims „Rosengarten“ in Sooden.

Die Leiterin geht sogar davon aus, dass aufgrund der vielen Bereitwilligen die schwierigste Zeit bis zum 3. Dezember überbrückt werden kann. Danach können die ersten regulären Mitarbeiterinnen wieder aus der häuslichen Quarantäne kommen. Aber, sagte Michaela Sippel auch, „die nächsten drei Wochen werden noch hart“. Ebenso für die leichter erkrankten Bewohner. Diese seien „auch platt“, sagte Sippel. Es werde dauern, bis sich die Senioren wieder erholt hätten. Sippel: „Corona ist schon böse, schwächt einen und macht richtig fix und fertig“.

Freiwillige sollen sich noch melden

„Ohne Frank Hix und seinen Krisenstab hätten wir das nicht mehr hingekriegt“, ist sich Heimleiterin Michaela Sippel am Tag nach der kurzfristig gestarteten Suche nach einer Nachtwache sicher. Entsprechend richtet sie ein „ganz dickes Dankeschön“ an Hix, dessen Mitstreiter, die Helfer der Stadt und alljene, die ihre Hilfe angeboten haben. Sippel: Das finde ich überwältigend.“

Mehr als eintausend Mal war der Hilferuf auf im sozialen Netzwerk Facebook nach einer Stunde an andere Menschen weitergeleitet worden, bis Dienstagnachmittag sogar mehr als 3200 Mal. Da war der Hilferuf auf Facebook 57.000 Mal aufgerufen worden. 100 Menschen – darunter viele Fachkräfte aus der Pflege und dem Gesundheitsbereich – boten bis dahin ihre Bereitschaft zum Helfen in dem Heim über die Hotline der Stadt an.

Weil die nächsten drei Wochen aber noch kritisch blieben und personell abgedeckt werden müssten, rief Hix dazu auf, dass sich gern noch weitere Freiwillige melden mögen unter Tel. 0 56 52/9 58 53 25.

„Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich“, schwärmte Hix schon am Montagabend, so etwas habe er noch nicht erlebt. So viele Menschen zu finden, die anderen helfen wollen, sei nicht selbstverständlich. (Stefan Forbert)

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