Viel zu tun in der Natur

Freude über Regen und Schnee bei Landwirten und Förstern im Werra-Meißner-Kreis

Aufforstung im Stadtwald von Bad Sooden-Allendorf: Alexandru Prondeano pflanzt eine Douglasie, deren Wurzelhals zum Schutz vor dem gefräßigen Rüsselkäfer in Wachs gepackt ist.
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Aufforstung im Stadtwald von Bad Sooden-Allendorf: Alexandru Prondeano pflanzt eine Douglasie, deren Wurzelhals zum Schutz vor dem gefräßigen Rüsselkäfer in Wachs gepackt ist.

Die kurze Rückkehr winterlicher Verhältnisse zu Beginn des Aprils hat in der Landwirtschaft für eine große Pause gesorgt - zur Freude der Bauern.

Werra-Meißner – Zudem ist die Natur in diesem Jahr schon spät dran, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Werra-Meißner. „Aber keiner ist böse darum“, gibt er die Ansicht der Landwirte wider. Denn Hauptsache sei: „Es ist nass.“ Und das sei durch Regen und Schnee der vergangenen Tage gegeben. Die Kälte habe zudem die Verdunstung der Feuchtigkeit verhindert.

Noch immer wirken bei den Landwirten die vergangenen, viel zu trockenen Jahre nach, wie Roth berichtet. 2020 habe es nach Ostern mehrere Wochen keinen Regen gegeben. Auch wenn in diesem Jahr die Natur später erwacht: „Das Frühjahr holt sich selbst noch ein“ und erreicht die normalen Wachstumsphasen noch, gibt der Verbandsgeschäftsführer die langjährige Erfahrung der Bauern weiter.

Ihre ersten, frühjahrsüblichen Arbeiten haben die Landwirte sowieso schon erledigt. Braugerste, Hafer, Sommerweizen und Zuckerrüben seien schon im März ausgesät worden. Jetzt folge die Aussaat der Hülsenfrüchte wie Ackerbohnen und Erbsen. Dann komme das intensive Begleiten des Aufwuchses auf den Feldern, erläutert Roth. Die konventionell arbeitenden Landwirte müssten mit Pflanzenschutzmitteln Pilzbefall und Unkräuter bekämpfen. Derweil gingen die Bio-Bauern mit mechanischen Methoden, insbesondere dem Striegeln, gegen Konkurrenzkräuter und Gräser vor, hackten diese ab und bedeckten sie mit Erde.

Viel Arbeit in den Wäldern

Ebenso sind die Forstleute im Frühling wieder in den Wäldern aktiv. Auch die Förster freuen sich, wenn es im Frühjahr möglichst viel regnet. So könnten die jungen Bäume, die jetzt gesetzt werden, besser angehen und gedeihen, sagt Moritz Frey, Forstreferendar im Forstamt Hessisch Lichtenau. Schnee sei noch besser, weil der beim Schmelzen langsam im Boden versickere. Werra-Meißner – Die Forstleute im Werra-Meißner-Kreis haben die Trockenheit der vergangenen drei Jahre noch gut im Hinterkopf. Mit den Folgen haben sie auch in diesem Jahr weiterhin viel zu tun. Das geht jetzt im Frühling mit den Aufgaben im Wald wieder richtig los, wie Forstreferendar Moritz Frey vom Forstamt Hessisch Lichtenau schildert.

Sobald die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, ist der Borkenkäfer wieder aktiv. Damit er sich möglichst nicht weiter ausbreiten kann, müssen befallene Bäume gefällt werden. Da dies bereits geschieht, könnten hier und da durch die Arbeiten Waldwege verdreckt sein, denkt Frey an die Spaziergänger, die er dafür um Verständnis bittet. Im Wissen um mehr Besucher, die nun wieder in den Wald kommen, kümmert sich das Forstamt verstärkt um die Verkehrssicherheit – auch wenn das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr ist. Die Forstleute sehen sich aber schon gehalten, akute Gefahren von den Wegen zu beseitigen. Das sei in diesem Jahr ein größeres Thema als sonst und verlange mehr Einsatz, sagt Frey. Denn die Trockenheit hat im Wald mehr Schaden hinterlassen, indem vermehrt Äste und Bäume morsch wurden und abbrechen oder umstürzen.

Auch müssen nach den Kahlschlägen wegen des Borkenkäfers viele Freiflächen wieder aufgeforstet werden, sagt Frey zur klassischen Frühjahrsarbeit, dem Pflanzen im März und April. „Da freut sich der Förster, nach dem Winter wieder etwas Lebendes zu entwickeln.“ Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Hessisch Lichtenau sollen in diesem Jahr Flächen von der Größe von insgesamt 80 bis 90 Fußballfeldern bepflanzt werden. Dazu sind 250 000 Jungbäume geordert. Wie der Forstreferendar vorrechnet, bringt ein Waldarbeiter pro Stunde 40 bis 60 Pflanzen, gebückt und auf Knien, in den Boden. Ganz schön viel und schwer zu tun im Wald. (Stefan Forbert)

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