Frühjahrsputz mit Rekordbeteiligung in Bad Sooden-Allendorf

Rückten dem wilden Müll zu Leibe: Über 30 Frauen und Männer – einige hier nicht im Bild – beteiligten sich am Samstag an der Aktion „Sauberhaftes Bad Sooden-Allendorf“. Foto:  Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Wie vielerorts fand am Wochenende auch in Bad Sooden-Allendorf die Aktion „Sauberhafter Frühlingsputz" statt.

Schon erstaunlich, was Umweltfrevler so alles in freier Natur hinterlassen: Ein vergammeltes Schlauchboot und ein ausrangierter Kinderwagen waren die spektakulärsten Fundstücke beim Großreinemachen am Samstag im Zentrum von Bad Sooden-Allendorf und in der Pampa ringsum.

Zum traditionellen Frühjahrsputz hatten Bauamtschef Helmut Franke und Wilfried Donow im Namen der Lokalen Agenda mehr als dreißig freiwillige Helfer aus allen Generationen zusammengetrommelt: Rekordbeteiligung in der mit 13 Jahren noch jungen Geschichte dieser Aktion.

Neben zahlreichen Einzelkämpfern besonders stark vertreten waren die fleißigen Frauen der Erntefest-bewährten „Triolettis“ und eine fast gleich große Truppe der offensichtlich schon heimisch gewordenen Asylanten und Asylbewerber, wie Franke mit Freude registrierte. Ein anderer Neu-Bürger packte ebenfalls mit an: Dr. Peter Speckamp ist Richter am Finanzgericht in Düsseldorf, hat vor zwei Jahren die Kurstadt als Altersruhesitz ausgewählt und pendelt, bis es soweit ist, zwischen dem Werra-Städtchen und der Ruhrmetropole hin und her.

Rekordverdächtig war auch die Menge an wildem Müll, die das engagierte Team in neun Sammelbezirken in Sooden und Allendorf aufgelesen hat: Fünf Kubikmeter, verpackt in Plastiksäcken, welche die Ladefläche eines Klein-Lkw bis unter die Dachplane füllten. Am schlimmste, so Helmut Franke, habe es am großen B 27-Parkplatz mitten in der Stadt ausgesehen: Jede Menge „Flachmänner“, wie die kleinen Schnapsfläschen auch genannt werden, die - gäbe es Pfand darauf - den Findern zu unverhofftem „Reichtum“ verholfen hätten.

Drei Stunden zu tun hatten die Saubermänner und -frauen, um bei strahlendem Sonnenschein und fast schon sommerlichen Temperaturen die Zeugnisse der Wegwerfgesellschaft zu entsorgen, und somit den kleinen Imbiss redlich verdient, den Bürgermeister Frank Hix als Dankeschön aus eigener Tasche bezahlte.

Von heimischen Kommunalpolitikern, die den wilden Müll erst in der jüngsten Parlamentssitzung thematisiert hatten, war bei der Aktion übrigens niemand zu sehen.

Von Christoph Cortis

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