Gewittersturm hat fatale Folgen für Barockkanzel

Drehleiter im Einsatz: Auch die Feuerwehr half am Dienstagabend, dass das Loch im Dach der St.-Crucis-Kirche so schnell wie möglich geschlossen wurde. Foto: Spill / nh

Bad Sooden-Allendorf. Fatale Folgen, die in ihrem ganzen Ausmaß noch nicht abgeschätzt werden können, hatte das Unwetter am frühen Dienstagabend für die St.-Crucis-Kirche in Allendorf und ihre historische Barockkanzel.

Durch ein vom Gewittersturm in die Nordseite des Kirchenschiff-Daches gerissenes Loch - auf zwei bis drei Quadratmeter flogen die Ziegel heraus - floss der Regen ins Innere. Man hätte in der Kirche duschen können, beschrieb Pfarrer Thomas Schanze mit etwas Galgenhumor die Situation. Doch nicht nur Kirchenbänke und Boden wurden nass. Am schlimmsten war das Wasser, das in und durch den Schalldeckel über der Kanzel floss.

Fatale Folgen: Durch den Regen wurde die Kanzel in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Schanze / nh

In einer schnellen Gemeinschaftsaktion von Freiwilliger Feuerwehr, Schreinerei Immig, Dachdeckerei Wardeischke und ehrenamtlichen Helfern, darunter das Winterkirchen-Bauteam, gelang es noch am Abend, das Dach abzudichten und das Wasser - laut Schanze etliche 100 Liter - wegzuwischen. Allerdings: Beim zweiten Gewittersturm zwei Stunden später hatte es noch einmal reingeregnet.

Nun ist nicht nur die Nordwand feucht, vor allem der Deckel der Kanzel und die Kanzel selbst sind wassergetränkt. Es besteht die Sorge, dass das Jahrhunderte alte Kunstwerk Schaden genommen hat. So verflüssigt sich der einst verwendete Knochenleim und quillt der Kanzelboden auf. Erste Holzeinlegearbeiten, sogenannte Intarsien, lösen sich bereits aus dem Verbund.

Weil der Deckel, zwar durch drei Stahlseile an der Wand befestigt, durch das Wasser noch schwerer geworden ist, wurde er bereits durch ein Gerüst zusätzlich gesichert.

Pfarrer Hubertus Spill geht mittlerweile von einem Schaden aus, der in den fünfstelligen Bereich geht.

Weil auch die Gefahr durch Kriechstrom beim ersten Hilfseinsatz bestand, mussten die Sicherungen herausgenommen werden. „Das war nicht ganz ungefährlich“, berichtete Thomas Schanze. Er ist sicher, dass auch an der Elektrik in der Kirche noch gearbeitet werden muss.

Zunächst soll, nachdem am Mittwoch schon der Gebäudemanager der Landeskirche vor Ort war, sich nun ein Gutachter den Schaden genau anschauen.

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