Interview mit Bürgermeister Hix

Gradierwerk und Kulturzentrum sind Thema

Bad Sooden-Allendorf. Bürgermeister Frank Hix blickt auf das neue Jahr 2017 in Bad Sooden-Allendorf.

Herr Hix, wie war das Jahr 2016 aus Ihrer Sicht? 

Frank Hix: Es war wie die Jahre davor ein Jahr der großen Herausforderungen, da wir nach wie vor mit knappem Geld auskommen müssen. Da haben alle mitgezogen, die Verwaltung und die politischen Gremien ebenso wie die Ehrenamtlichen.

Was waren die herausragenden Ereignisse? 

Hix: Die Havarie in der Therme sorgte für einen kleinen Rückschlag, wurde aber von den Mitarbeitern toll gelöst. Erfreulich war wieder die kulturelle Veranstaltungsreihe, die insgesamt gut gelaufen ist. Schön war auch das Erntedank- und Heimatfest - und auch die anderen Feste waren alle erfolgreich. Vor allem haben wir mehr Einwohner gewinnen können, Menschen ziehen zu uns und bauen bei uns. Die Stadt ist am Wachsen.

Apropos Kultur: Gibt es 2017 wieder besondere Veranstaltungen? 

Hix: Ja, da haben wir den Höhepunkt mit Christina Stürmer im September - ein wirklich großes Konzert. Der Kartenvorverkauf dafür läuft schon richtig gut.

Das Kultur- und Kongresszentrum ist künftig im städtischen Betrieb, was ändert sich dadurch? 

Hix: Die Übernahme ist für uns natürlich erst einmal eine Herausforderung. Es bietet auch viele Chancen. So haben wir die Preise für die Miete den marktüblichen angepasst und deutlich gesenkt. Wir haben auch schon die ersten Buchungen. Und jeder Veranstalter hat dort jetzt die freie Wahl bei der Bewirtung.

Welche Veränderungen in der Stadt werden in diesem Jahr herausragen? 

Hix: Ein größeres Projekt wird in Bad Sooden begonnen, wo ein privater Investor am Haintor/ Ecke Bismarckstraße das alte Kneipp-Hotel abreißen und in einem Neubau etwa 45 barrierefreie Wohneinheiten schaffen will. Das ist für Bad Sooden-Allendorf eine tolle Sache.

Das Gradierwerk muss doch saniert werden. Gibt es da, wie neulich angedeutet wurde, tatsächlich die Möglichkeit, es mit einem neuen Verfahren viel günstiger hinzubekommen? 

Hix: Aus wissenschaftlicher Sicht müsste es jetzt wohl tatsächlich gehen. Nun wollen wir im Januar einen Feldversuch starten zusammen mit Dr. Bernd-Peter Ernst (Diplom-Chemiker vom Göttinger Forschungsunternehmen Seqlab, Anm. d. Red.). Wenn das funktioniert, könnten wir viele hunderttausend Euro sparen.

Wird die Sanierung bis zum Stadtjubiläum 2018 abgeschlossen? 

Hix: Das ist das Ziel. Der Architekt Norbert Brill hat uns ins Gebetbuch geschrieben, den Schwarzdorn im Gradierwerk aus statischen Gründen noch 2017 auszutauschen. Der Zeitplan ist auch entsprechend gestrickt.

Sollte die Sanierung günstiger zu machen sein, hätte das Auswirkungen auf die auch in diesem Jahr wieder vorgesehene Erhöhung von Gebühren und Steuern? 

Hix: Auf jeden Fall. Zunächst sind für das Gradierwerk 1,7 Millionen Euro eingeplant. Die Grundsteuern werden nur in dem Umfang erhöht, in dem es unbedingt sein muss. Ob die denkbare Ersparnis aber schon vor dem Beschluss über den Haushalt 2017 feststeht, ist nicht sicher.

Was muss die Stadt in diesem Jahr noch meistern, was könnte kritisch werden? 

Hix: Wichtig ist mir, dass noch einmal deutlich wird, dass wir in den vergangenen Jahren 25 Prozent Personal in der Verwaltung abgebaut haben. Und auch laut Rettungsschirmvertrag mit dem Land sollte noch bis 2020 jede frei werdende Stelle wegfallen. Das geht aber so nicht mehr. Die Arbeit wird nicht weniger und die berechtigte Anspruchshaltung der Einwohner, dass die Verwaltung zügig und fehlerfrei arbeiten soll, belasten die Mitarbeiter zunehmend. Zurzeit arbeiten wir an einem Gesundheitsmanagement, damit sie ihre Arbeit mit Motivation und gesund erfolgreich leisten können.

Worauf können sich die Bürger im neuen Jahr besonders freuen? 

Hix: Auf neue Einwohner. Je mehr Einwohner gemeldet sind, desto mehr Landeszuweisung bekommt die Stadt. Die neuen Einwohner steigern die Kaufkraft, was eine höhere Gewerbesteuereinnahme mit sich bringt.

Es entstehen mehr Arbeitsplätze, beispielsweise in der Sonnenberg-Klinik mit ihrer zusätzlichen Abteilung für neurologische Rehabilitation, bei Stallbau Weiland und einer neuen Fahrzeug-Lackiererei an der Werrastraße.

Gehört da auch das schnelle Internet durch den Breitbandausbau dazu? 

Hix: Auf jeden Fall. Das sollte am 19. Dezember für die Kernstadt sowie für Weiden und Kleinvach fertig geworden sein. Die anderen Stadtteile Bad Sooden-Allendorfs sind aber erst in den nächsten beiden Jahren dran.

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