Historisch oder nicht - die Antwort ist nicht unwichtig

Gradierwerk-Sanierung bereitet Badestädtern Kopfzerbrechen 

Bad Sooden-Allendorf. Kopfzerbrechen bereitet dem Badestädter Parlament die Sanierung des Gradierwerks, die nach dem Willen der Stadtverordneten bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll.

Frage aller Fragen: Handelt es sich um ein historisches Bauwerk oder nicht? In jedem Fall dürfte die Antwort weitreichende Konsequenzen haben.

Mit 1,7 Millionen Euro ist das Projekt veranschlagt für den Fall, dass sämtliche durch Ablagerungen zu schwer gewordenen Dornenfelder ausgetauscht und darüber hinaus die Wanne und der Ostturm des Gradierwerks saniert werden. Ob es bei dieser teuren Variante bleibt, ist aber noch fraglich. Zunächst hoben die Parlamentarier am Freitag einmütig den Sperrvermerk für geschätzte Planungskosten von 66 000 Euro auf und gaben gleichzeitig 10 000 Euro für die Vorplanung frei.

Für die Grünen sprach der Abgeordnete Gustav Nolte der hölzernen Konstruktion eine historische Qualität ab. Vielmehr handele es sich um eine „Kopie“, verwies er auf die Erneuerung vor gut 20 Jahren. Nolte widersprach zugleich Bürgermeister Frank Hix. Das Wahrzeichen Soodens sei eben kein Alleinstellungsmerkmal, weil es deutschlandweit über 30 Gradierwerke gebe.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Grünen-Politiker seinen Vorschlag aus der vorangegangenen Sitzung, das Gradierwerk zu überdachen und mit einer Fotovoltaikanlage auszustatten, welche die benachbarte Werratal-Therme günstig mit Strom versorgen könne. Wenn obendrein das Gradierwerk nur zur Hälfte saniert und der östliche Teil trocken gelegt würden, hätte es die Stadt auch nur mit fast halb soviel Kosten zu tun. Nolte: „Wir sparen doppelt.“

Auch Bürgermeister Hix sieht auf die hoch verschuldete Stadt „große Anstrengungen“ zukommen bei einer Verwirklichung des 1,7-Millionen-Projektes. Zwar sei die Stadt um Zuschüsse bemüht, das hessische Finanzministerium habe bislang aber nur ein zinsgünstiges Darlehen in Aussicht gestellt.

Für die CDU regte Georg von Lüninck an, die deutlich billigere und zunächst verworfene Variante, den verkrusteten Dornenfeldern mit Ultraschall zu Leibe zu rücken, auf ihre Machbarkeit überprüfen zu lassen. „Wir lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen“, sagte der CDU-Fraktionschef und erhielt Zustimmung von seinem SPD-Kollegen Peter Hieronimus.

Der erinnerte daran, schon vor Jahren habe seine Partei eine Überdachung des Gradierwerks vorgeschlagen, was damals aber aus Gründen des Denkmalschutzes abgelehnt worden sei.

Rubriklistenbild: © Forbert

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