Grenzgeschichte zum Anfassen

Museum Schifflersgrund präsentiert Wackelkarten mit historischen Motiven

Christian Stöber, Pädagogischer Leiter des Grenzmuseums (links) und Gerhard Propf, Vorsitzender der Stiftung Naturschutz Thüringen
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Sind stolz auf die Wackelkarten: Christian Stöber, Pädagogischer Leiter des Grenzmuseums (links) und Gerhard Propf, Vorsitzender der Stiftung Naturschutz Thüringen.

Den direkten Vergleich zwischen früher und heute kann man nun auch in die Hand nehmen. Möglich machen das Wackelkarten, die das Grenzmuseum Schifflersgrund jetzt vorgestellt hat.

Bad Sooden-Allendorf – Archivbilder von der Grenze zwischen Hessen und Thüringen wurden in akribischer Feinstarbeit aus derselben Position erneut aufgenommen und übereinandergelegt. Das Ergebnis: Fünf Karten, die je nach Blickwinkel die Geschichte oder Gegenwart zeigen. „Wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Dr. Christian Stöber, Pädagogischer Leiter des Grenzmuseums. Zusammen mit Gerhard Propf, Vorsitzender der Stiftung Naturschutz Thüringen, hat Stöber die Wackelkarten entwickelt.

Die Motive

Die Karten zeigen die Burg Hanstein, die Werrabrücke bei Lindewerra, einen Teil des Grünen Bandes, die Gemeinde Asbach-Sickenberg in Thüringen und das Grenzmuseum selbst.

Die Werrabrücke bei Lindewerra, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Brücke in der Gegenwart. Im Juli 1999 wurde sie nach über 54 Jahren erstmalig wieder für den Verkehr freigegeben.

Es ist jedoch nicht nur der Vergleich zwischen damals und heute zu sehen. „Die Bilder erzählen auch die Geschichte nach: Das älteste Bild, das von der Brücke, ist kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden. Das Bild mit dem Blick auf das Grenzmuseum schaut sogar in die Zukunft“, erklärt Stöber. Er verrät, dass das Bild grafisch nachbearbeitet wurde und das Museum zeigt, wie es in ein paar Jahren, nach einem großen Umbau, aussehen wird.

Die Entstehung

Die Idee kam Stöber und Propf vor mehr als zwei Jahren. Dass die Karten pünktlich zur Feier von 30 Jahren Deutscher Einheit fertig wurden, sei so zwar nicht geplant gewesen, aber ein schöner Nebeneffekt, berichtet Stöber. „Wir hatten uns das alles etwas einfacher vorgestellt“, ergänzt Propf und lacht. „Allein die Auswahl der Archivbilder hat sehr lang’ gedauert. Wir wollten natürlich keine Bilder verwenden, von denen wir die Urheber nicht wissen.“ Einen Wiedererkennungswert sollten die Bilder auch haben. Weitere Aufnahmen schieden aus, nachdem Fotograf Tobias Kleinod, der die neuen Aufnahmen geschossen hat, seine Einschätzung abgab. „Mal war ein Haus im Weg, mal war die Perspektive schlichtweg nicht reproduzierbar, weil sich die Landschaft verändert hat“, erzählt Propf weiter. „So blieben am Schluss diese fünf Bilder übrig, die sowohl die Natur als auch das Historische perfekt vereinen.“

Die Verwendung

„Besonders für die Grenzwanderungen mit Schulklassen sind die Karten eine tolle, bildhafte Unterstützung“, sagt Stöber. „Und sie sind ein schönes Souvenir für Jung und Alt.“ Die Karten sind auch als Postkarten versendbar. In Erstauflage wurden 10 000 Karten gedruckt, Stöber und Propf sind gespannt, welche Karten am begehrtesten sein werden. Die Karten gibt es ab sofort für je 1,90 Euro im Museum zu kaufen.  

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