Betrieb soll trotz Baustelle normal weitergehen

Moderner und mit neuem Konzept: Grenzmuseum Schifflersgrund wird ab 2020 umgestaltet

+
Mit dieser Baggerschaufel wollte Heinz-Josef Große 1982 die Sperranlagen überwinden. Wenige Meter vor dem hessischen Gebiet wurde der 35-Jährige erschossen.

Voraussichtlich Anfang 2020 wird mit der Umgestaltung des Grenzmuseums Schifflersgrund begonnen. Der Betrieb soll aber normal weitergehen.

Die Umsetzung wird zwei Jahre in Anspruch nehmen. „Schließen kommt nicht in Frage, dann laufen uns die Besucher weg“, so der Vorsitzende des Trägervereins Arbeitskreis Grenzinformation, Wolfgang Ruske nach einer Sitzung von Fachbereich und Vorstand. sowie der Präsentation durch das Berliner Büro Beier und Wellach.

Im September, so schätzt Geschäftsführer Peter Wellach ein, können die Anträge bei den Geldgebern gestellt werden. Denn es geht um die stattliche Summe von zwei Millionen Euro. Der Bund hat in Aussicht gestellt, die Hälfte zu tragen, Thüringen und Hessen geben je 25 Prozent.

Bisherige Dauerausstellung ist 20 Jahre alt

Mit der Umsetzung des neuen Konzeptes folgt man auch den Anforderungen des Thüringer Museumsverbandes. So ist die jetzige Dauerausstellung 20 Jahre alt – Zeit für eine Renovierung. Wellach: „Wir sind jetzt ein großes Stück vorangekommmen.“ 

Neues Konzept für das Grenzmuseum beschäftigt die Gremien schon seit drei Jahren:

  • Inhaltlich wurde Wert auf das Herausstellen als historischer Ort gelegt, entsprechend sollen die Bestände gelichtet werden.
  • Die neue Dauerausstellung in einem neuen Gebäude gliedert sich in Kriegsende und Teilung, Systemkonflikt und DDR-Grenzregime, Leben an und mit der Grenze, Überwindung der Teilung und ihre Folgen.
  • Im Außenraum Terrasse werden die Grenztechnik, das ehemalige Zollhäuschen, aber auch der gescheiterte Fluchtversuch von Heinz-Josef Große dargestellt.
  • Das Empfangsgebäude nimmt das Eichsfeldcenter mit Rezeption, Kurzdarstellung und eine Infostelle zum Grünen Band, zum Naturtourismus und die Umweltbildung auf.
  • Die Hessenhalle wird optisch aufgewertet – mit einer äußeren Spiegelwand nach Westen.
  • Neu ist ein Grenzweg, der von Wahlhausen am Museum vorbei bis nach Asbach führt. Vorgesehen sind an der Route zehn Info-Stellen (Hotspots).
  • Die Planung sieht eine Werkstatt und ein Depot vor. Einzelne Exponate sollen zeitweise ausgetauscht werden – damit die Ausstellung stets neue Eindrücke vermittelt.

Das Büro Beier und Wellach ist spezialisiert auf die Konzeption von Museen und Gedenkstätten. In Hessen ist die Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes in Wiesbaden eines seiner Referenzprojekte. Weitere Projekte wurden durch das Büro in Herleshausen, Fuldatal und Fulda bearbeitet.

Im Jahr 2016 feierte das Grenzmuseum das 25-Jährige Bestehen.

Museum bietet Volontärsstelle an

Das Grenzmuseum Schifflersgrund wird erstmals in seiner fast 30-jährigen Geschichte eine Volontärstelle anbieten könnnen. Die Staatskanzlei in Erfurt ist bereit, diese auf zwei Jahre angelegte Ausbildung zu finanzieren. Die Ausbildung soll im Herbst anlaufen. Das kündigte der wissenschaftliche Leiter Dr. Christian Stöber jetzt an. 

Der Volontär oder die Volontärin verstärkt das Team von Verwaltungskräften, Führern und technischen Mitarbeitern. Es soll spezielle Projekte bearbeiten oder Konzepte für die Weiterentwicklung des Museum entwerfen. Das Museum betritt damit Neuland. Üblich war bislang die Beschäftigung von Praktikanten, allerdings nur über kürzere Zeiträume.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.