Vortrag in Bad Sooden-Allendorf

Grünes Band zwischen Hessen und Thüringen ist Heimat für Pflanzen und Tiere

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Infos aus erster Hand: Auch in Schriftform hat Mario Goldstein (links) seine Entdeckungen festgehalten und findet hier in Jürgen Klepsch einen dankbaren Abnehmer. 

Bad Sooden-Allendorf. Was früher einmal Stacheldraht, Metallgitterzaun und Selbstschussanlagen als innerdeutsche Grenze beherbergte, hat sich im Laufe der Zeit zu einer wunderschönen Heimat für eine üppige Flora und Fauna entwickelt.

Das dokumentierte in starren und bewegten Bildern der aus Sachsen stammende Weltenbummler Mario Goldstein am Donnerstagabend in der Aula der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf.

Rund 100 Besucher wollten die eindrucksvolle Multivisionsshow sehen. „Abenteuer Grünes Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ hat sie der 48-jährige Autor getauft. Dieses Grüne Band will auf Anregung der Stiftung Naturschutz Thüringen das Nachbarland Hessens demnächst zum nationalen Naturmonument erheben, in dem keine zusätzlichen Straßen mehr gebaut, noch irgendwelche Bodenschätze, und sei es nur einfacher Kies, gehoben werden dürfen.

Wer kennt schon den farbenprächtigen Käfer mit dem ungewöhnlichen Namen Keilfleckenmosaikjungfer oder den Vogel namens Ziegenmelker? Auch die Silberdistel und die Gelbbauchunke hat Goldstein mit Filmkamera oder Fotoapparat eingefangen. Alle diese Lebenswesen und noch viel mehr sind jetzt im Grünen Band zu Hause und wurden von Goldstein auf einer überdimensionalen Leinwand so nah präsentiert, dass man sie glaubte, fast greifen zu können.

Mit seiner zehnjährigen weißen Schäferhündin „Sunny“, die jeden Schritt mitmachte, war Goldstein 53 Tage unterwegs, um auf 763 Kilometern entlang der Grenze zwischen Hessen und Thüringen faszinierende Entdeckungen in der Natur zu machen und mit den Leuten in dieser Region ins Gespräch zu kommen, wie etwa mit Martin Range, der als Zollbeamter vor 36 Jahren hautnah miterlebte, wie zwischen Allendorf und Sickenberg der Fluchtversuch des DDR-Bürgers Heinz-Josef Große im Kugelhagel von Soldaten der Nationalen Volksarmee scheiterte.

„Der Drang nach Freiheit hat mich nie losgelassen“, erzählte Mario Goldstein, der als 18-Jähriger zu zwei Jahren Knast verurteilt wurde, weil er aus dem Arbeiter- und Bauernstaat in den Westen fliehen wollte, nach sechs Monaten aber von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurde. Und diese Freiheit genoss er so sehr, dass er – inzwischen zum Multi-Unternehmer aufgestiegen – vor 17 Jahren seinen Besitz verkaufte und sich auf eine Reise rund um die Welt begab, dabei auch in Tibet mit dem Dalai Lama zusammentraf. 

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