Ausgestopfte Tiere werden in Schule ausgestellt

Grundschüler lernen Wildkatze, Marder und Co. kennen

Haben sich auf die Wildkatze spezialisiert: Vanessa (links) und Alica aus der vierten Klasse haben die Besonderheiten des Raubtiers unter die Lupe genommen und wollen ihren Eltern die Ergebnisse bei der Präsentation vorstellen. Foto: Neu

Bad Sooden-Allendorf. Für einige Wochen haben die Schüler der Grundschule in Bad Sooden-Allendorf die außergewöhnliche Möglichkeit, ausgestopfte Waldbewohner aus der Nähe zu betrachten.

Vom Wildschwein und Luchs über den Steinmarder und die Wildkatze bis hin zum Reh und Waschbär - wer das Klassenzimmer betritt, in dem die Tiere ausgestellt sind, hat das Gefühl, mitten im tiefen Wald zu stehen.

Seit einem Jahr beschäftigen sich die vierten Klassen in unterschiedlichen Formen mit dem Thema Wald. Zu jeder Jahreszeit erforschen sie die sich wandelnde Natur im Schulwald und besprechen ihre Eindrücke im Unterricht.

Die Ausstellung der Tiere, die bereits zum zweiten Mal in der Grundschule stattfindet, stellt dabei laut Klassenlehrerin Marion Grone immer noch einen Höhepunkt für die Kinder dar. „Eine solche Vielfalt an Tieren direkt vor der Nase zu haben, ist für die Schüler etwas ganz besonderes. Das sehen sie nicht jeden Tag“, sagt Grone. Die ausgestopften Tiere stammen zum größten Teil aus Hofbieber (Landkreis Fulda) und wurden mit der Unterstützung von Hessen-Forst in die Räumlichkeiten der Schule transportiert.

„Dass es sich bei der Ausstellung um tote Tiere handelt, ist für die meisten kein Problem“, sagt die Klassenlehrerin. Viele Schüler haben keine Berührungsängste und würden das Tier, auf das sie sich im Unterricht spezialisiert haben, am liebsten gar nicht mehr aus den Augen lassen.

„Ich kann alles Wissenswerte über die Wildkatze erzählen“, sagt Schülerin Vanessa stolz und zeigt auf das imposante Raubtier. In Kleingruppen haben sich die Kinder mit jeweils einem Waldbewohner auseinandergesetzt und dessen Besonderheiten als Steckbrief auf einem Plakat zusammengetragen: Der Waschbär kommt eigentlich gar nicht aus Deutschland, sondern aus Nord-Amerika. Ein Rehkitz wiegt ungefähr so viel wie ein Päckchen Milch, und der Dachs baut seine Höhlen bis zu fünf Metern tief in die Erde. „Die Schüler sind richtige kleine Experten geworden“, sagt Marion Grone.

Mittlerweile haben die Viertklässler allen anderen Grundschulklassen sowie sämtlichen Kindergärten ihre Ausstellung präsentiert und erklärt.

Am Donnerstagabend wollen die Kinder das Tierreich dann auch ihren Eltern vorstellen. Die Mitschüler mit ausländischen Wurzeln halten ihren Vortrag sogar zusätzlich in ihrer Muttersprache. Apdalrni aus Syrien beispielsweise erklärt seiner Familie den Lebensraum des Rehs auf Arabisch.

Noch bis zum 16. März bleiben die augestopften Waldbewohner in der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore. Aber schon jetzt freuen sich die Kinder auf das nächste Jahr, wenn sich das Klassenzimmer wieder in ein wildes Waldreich verwandelt.

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