Verlustausgleich von 25.000 Euro gewährt

Diskussion um Sportinternat: Stadtverordnete übernehmen unerlaubten Mehrverlust

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Einsatz fürs Sportinternat: In der Vergangenheit haben auch die Leichtathleten des SSC schon für den Erhalt gekämpft.

Bad Sooden-Allendorf. Gute Nachrichten für Sportler: Das Sportinternat in Bad Sooden-Allendorf bleibt bestehen.

„Heute geht es um das Signal: Will man das Sportinternat erhalten oder nicht?“ - Aus dem Antrag der Verwaltung an die Stadtverordneten, 25.000 Euro mehr zum Decken des Jahresverlusts 2014 zu billigen, machte Bürgermeister Frank Hix (CDU) eine Existenzfrage. Und er deutete an, dass eine Zahlungsunfähigkeit die baldige Insolvenz und damit das Aus für die seit fast 45 Jahren bestehende Einrichtung nach sich ziehe. Zudem saßen neben Internatsleiter Ralf Gedeck viele seiner Sportschüler in den Zuschauerreihen.

Nach 40-minütiger heftiger Diskussion ergab die Abstimmung ein klares Ergebnis: CDU und Grüne gewähren die 25.000 Euro mehr Verlustausgleich, nur die drei Abgeordneten von FDP/FWG-Fraktion sowie zwei SPD-Vertreter stimmten mit Nein, acht Parlamentarier enthielten sich der Stimme.

Peter Hieronimus und Karl-Heinz Lückert machten für die SPD auch deutlich, dass wohl keiner die Schließung des Sportinternats wolle. Allerdings dringe man auf mehr Einblicke und Auskünfte über die Arbeit der Einrichtung, die seit fünf Jahren als gemeinnützige Unternehmergesellschaft geführt wird von Bürgermeister Hix als ehrenamtlichem Geschäftsführer.

Eine aktuell drohende Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz vermochte die SPD nicht sehen. Deshalb unterstützte sie den Antrag der FDP-/FWG-Fraktion, die Entscheidung zu vertagen, bis das für Ende Mai zugesagte Konzept zur Weiterentwicklung des Internats vorliegt und beraten werden könnte.

Wobei Walter Rammenstein für FDP/FWG auf die Vorgaben zum Rettungsschirmvertrag hinwies, wonach der Jahresverlust auf 50.000 Euro begrenzt wurde, und deutlich machte, dass andere Änderungsanträge wie beispielsweise zugunsten der Altentagesstätte von CDU und Grünen abgelehnt worden seien.

Eine Vertagung der Entscheidung machte die Koalition von CDU und Grünen aber nicht mit. Sie setzte mit ihrer Mehrheit eine Beschlussfassung am Donnerstag durch.

Früher habe der Betrieb deutlich mehr gekostet, sagte CDU-Sprecher Georg von Lüninck zuvor noch. Und für die Grünen erklärte Martin Herrmann, über das Fortbestehen könne und dürfe nicht „durch die Hintertür“ entschieden werden. Zudem hält Herrmann es für erforderlich, dass die Rettungsschirm-Vorgaben einer neuen Bewertung unterzogen werden.

Kein Versprechen für 2015 

Zu Beginn der Debatte hatte Bürgermeister Hix einmal mehr die Bedeutung des Internats für den Erhalt des Schulstandorts und auch die Stadt herausgestellt und von einer positiven Entwicklung gesprochen. So sei das Internet derzeit voll belegt.

Ob die Deckelung von maximal 50.000 Euro Verlust allerdings in diesem Jahr erreicht werde, könne er nicht versprechen, möglich sei es aber.

Von Stefan Forbert

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