Solequellen wären in Gefahr

Heilbäderverband ist gegen Suedlink im Werratal: "Jede Bohrung ist ein Risiko"

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Gemeinsam gegen Suedlink: (von links) SPD-Landtagsabgeordneter Knut John, HHV-Ehrenvorsitzender und Bürgermeister a.D. Ronald Gundlach, HHV-Vorsitzender Michael Köhler, Bürgermeister Frank Hix, HHV-Geschäftsführerin Almut Boller und Bürgerinitiativen-Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann. 

Bad Sooden-Allendorf – Namhafte Unterstützung für Bad Sooden-Allendorf gibt es jetzt im Bemühen gegen die Pläne, die Suedlink-Starkstromerdkabel durch das Werratal zu verlegen.

Der Hessische Heilbäderverband (HHV) und der Hessische Tourismusverband (HTV) werden eine gemeinsame Einwendung gegen die Trassenführung einreichen.

Das kündigten am Freitag Vorsitzender Michael Köhler und Geschäftsführerin Almut Boller vom HHV bei einer Pressekonferenz in der Werratal-Therme an. Daran nahmen auch Ronald Gundlach, Ehrenvorsitzender des HHV und ehemaliger Badestädter Bürgermeister, und dessen Nachfolger im Amt, Frank Hix, teil.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des HHV, in dem sich 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen zusammengeschlossen haben, sei einstimmig beschlossen worden, Bad Sooden-Allendorf zu unterstützen, sagte Köhler, denn man teile die Befürchtungen, welche Folgen die Erdkabelverlegung habe. Dabei sei der sogenannte „Worst Case“, der schlimmste aller denkbaren Fälle, ein „sehr realistisches Szenario“, machte der Verbandschef deutlich. Denn „die natürlichen Heilmittel kann man nicht verrücken“, im Falle von Bad Sooden-Allendorf die für Gesundheit suchende Menschen und ebenso die wirtschaftliche Existenz der Stadt segensreichen Solequellen.

Befürchtet wird, dass nicht nur bei den bis zu zwölf vorgesehenen Unterquerungen der Werra mit 24 Vortrieben in den Untergrund heilwasserführende Gesteinsschichten gestört werden, sondern dass dies bei den geplant vorausgehenden Erkundungsbohrungen bereits geschieht, sprach Köhler von einem „unabschätzbaren Risiko“. Theoretisch könne schon der Prüfschritt zum „Worst Case“ führen. Und man dürfe nicht nur die ausgewiesenen Wasserschutzgebiete betrachten, sondern müsse die gesamten Wasserverläufe über viele Kilometer beachten.

Wobei es sich bei Heilwasser nicht um „einfaches Wasser“ handele, wie Geschäftsführerin Boller ergänzte, sondern um ein Arzneimittel mit hoher Wertigkeit, deren besondere Zusammensetzung allein schon bewahrt werden müsse. Deshalb werde man, kündigte Bürgermeister Hix an, Prüfbohrungen durch Unterlassungsklagen zur Not per Eilverfahren zu verhindern versuchen.

Die hessischen Verbände wiederum wollen schon bald im Bundeswirtschaftsministerium und bei hochrangigen Politikern in Berlin vorstellig werden, um zu verhindern, dass Bad Sooden-Allendorf im schlimmsten Fall „seine Existenzgrundlage verliert“, wie Köhler sagte.

Vor der Pressekonferenz hatten die HHV-Vertreter kurz die gut 40 Demonstranten gegen Suedlink angesprochen, die sich zum Teil mit Plakaten vor der Werratal-Therme eingefunden hatten. HHV-Vorsitzender Köhler versicherte ihnen: „Wir sind an Ihrer Seite.“

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