Heitere Musik gegen den Schmerz

Längst Stammgäste im Grenzmuseum Schifflersgrund: Die Profis des Polizeimusikkorps Thüringen bei ihrem Konzert am Sonntag im Grenzmuseum Schifflersgrund. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Umjubelt wurde das Konzert des Polizeimusikkorps Thüringen zum 25-jährigen Bestehen des Grenzmuseums am Sonntag.

Weitgehend in den Hintergrund gedrängt wurden die schmerzlichen Erinnerungen, die mit der unseligen innerdeutschen Grenze verbunden sind, bei einem vielumjubelten Konzert des Polizeimusikkorps Thüringen am Sonntag in der Hessenhalle des Grenzmuseums Schifflersgrund. Anlass war das 25-jährige Bestehen dieser Mahn- und Bildungsstätte. Die musikalische Wetterkarte an diesem Nachmittag: vorwiegend heiter.

Das war nicht nur den 26 Vollblutmusikern unter der Leitung von André Weyh zu verdanken, die auf ihrer mehr als zweistündigen musikalischen Weltreise in allen Genres zu überzeugen wussten und das Publikum wiederholt zu Szenenapplaus herausforderten. Einen nicht unerheblichen Anteil an dem begeisternden Auftritt hatte auch die Sopranistin Amanda Büchner, die ihrem Vornamen (aus dem Lateinischen: die zu Liebende) mehr als gerecht wurde. Sie zog die Zuhörer in den Bann mit einer Stimme von gleichsam jungfräulicher Reinheit und schaffte es mühelos, auch über drei Oktaven nichts an Ausdruckskraft zu verlieren. Gern haben musste man die Solistin auch für den humorvollen Vortrag feinsinniger und Spaß machender Verse von Wilhelm Busch, Christian Morgenstern oder Joachim Ringelnatz, der eigentlich Hans Bötticher hieß.

Für das Konzert hatte Weyh ein unterhaltsames und anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Es reichte von „Summertime“ aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ über Swing-Melodien von Glenn Miller, Songs von Ella Fitzgerald, dem „Mambo“ aus Leonard Bernsteins West-Side-Story bis hin zu Edith Piafs wohl berühmtestem Chanson „La vie en rose“, perfekt vorgetragen vom Orchester und mit Hingabe interpretiert von Amanda Büchner. Stürmischen Applaus erhielt auch der Posaunist Udo Kleinhenz, der als Solist genauso sicher das Tenorhorn beherrscht. Kleinhenz ist eine „Leihgabe“ aus dem Westen. Er stammt aus Waldkappel.

Der Erlös dieses Benefizkonzertes kommt der Jugendarbeit des Grenzmuseums zugute, erläutert dessen Chef Wolfgang Ruske und verwies auf derzeit laufende Bildungsprojekte mit der Johannisberg-Schule in Witzenhausen und der Regelschule in Uder. Ruske war es auch, der die Künstler nach zwei Zugaben mit großem Dank und bunten Blumen verabschiedete.

Das Orchester, das in Erfurt zu Hause ist, besteht aus reinen Profi-Musikern, von denen nicht einer tatsächlich als Polizist ausgebildet worden ist. Seit Jahren gehört das Musikkorps zu den Stammgästen im Grenzmuseum, hat die allermeisten seiner jährlich bis zu 130 Auftritte aber in Thüringen.

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