Nachwuchsmangel

Hessens Feuerwehrmusiker ringen um Jugend

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Junge Gesichter, frische Musik: Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf umrahmte die Jahresversammlung der hessischen Feuerwehrmusiker und konterkarierte gleichsam deren Sorge um den Nachwuchs.

Bad Sooden-Allendorf. Bei der Jahrestagung der hessischen Feuerwehrmusiker wurde zwar auch musiziert. Thema der Veranstaltung war aber vor allem der Nachwuchsmangel. Doch es gibt Lösungsansätze.

Vereine seien die Säule der Gesellschaft und einer der wichtigsten Kristallisationspunkte. Zunehmend hätten sie es aber mit dem demografischen Wandel zu tun. Es fehle der Nachwuchs. Viele Vereine litten an Überalterung.

So gehe es auch den Feuerwehrmusikvereinen, beklagte in einem „Impulsreferat“ der stellvertretende Bundesmusikdirektor im Deutschen Feuerwehrverband, Torsten Ellmann, am Sonntag auf der Jahrestagung der hessischen Feuerwehrmusiker in Bad Sooden-Allendorf.

Jochen Rietdorf

So schnell sich Jugendliche Vereinen anschlössen, so schnell beendeten sie auch wieder ihre Mitgliedschaft. Soziale Kontakte fänden immer mehr über Facebook & Co. statt. In einer so veränderten Gesellschaft komme es darauf an, bei der Jugend die Lust zu wecken, das eigene Lebensumfeld mitzugestalten. Deshalb habe die Nachwuchsarbeit oberste Priorität. Für die Musikvereine bedeute das, Partnerschaften mit Schulen und Musikschulen einzugehen, sich verstärkt mit moderner Musikliteratur zu beschäftigen und der Jugend die „Erfahrung der Selbstwirksamkeit“ zu vermitteln. Ellmann, nach eigenen Angaben einst selbst Dirigent einer Feuerwehr-Kapelle in Cloppenburg: „Die Blaskapelle früherer Jahre hat ausgedient.“

Vor den 61 Delegierten, die hessenweit 184 Feuerwehrmusikgruppen repräsentierten – davon neun im Werra-Meißner-Kreis – hatte zuvor Landesstabführer Jochen Rietdorf (Reichelsheim) einen umfassenden Rechenschaftsbericht abgelegt und dabei auch den Organisatoren der Veranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum, Kreisstabführer Edgar Maurer und Martin Heldmann, gedankt.

Rietdorf wurde später wie sein Stellvertreter Bernd Aschenbrenner für weitere vier Jahre im Amt bestätigt, will dann aber nach 25-jähriger Tätigkeit im Landesfeuerwehrmusikausschuss seinen Platz für die jüngere Generation räumen. Ihre Teilnahme an der Veranstaltung hatten kurzfristig abgesagt: Hessens Innenminister Peter Beuth, ferner der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Dr. Ralf Ackermann, sowie dessen Stellvertreter Dr. Christoph Weltecke.

Hingegen waren für den Feuerwehrkreisverband Werra-Meißner dessen Vorsitzender Hans-Heinz Staude und Kreisbrandinspektor Christian Sasse erschienen. Aus unserer Region wurde Otto Koppe mit der Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbandes geehrt. Koppe ist musikalischer Leiter im Fanfaren- und Musikzug Frankershausen und hat als Ausbilder nach den Worten von Landesstabführer Rietdorf „ein Händchen, junge Menschen für die Musik zu begeistern“.

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