Hier spielt künftig die Musik

Bebauungsplan am Stadtgraben in Allendorf als Festivalgelände wird vorbereitet

Soll Festival-Gelände werden: die Grünflächen am Allendorfer Stadtgraben und in der näheren Umgebung.
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Soll Festival-Gelände werden: die Grünflächen am Allendorfer Stadtgraben und in der näheren Umgebung.

Über alle Parteigrenzen hinweg steht der Bauausschuss des Badestädter Parlaments hinter dem Plan, das weitläufige Areal um den Stadtgraben zu einem Festival-Gelände zu machen, als Bühne für in erster Linie musikalische Künstler.

Bad Sooden-Allendorf – Das ist das erwartete Ergebnis der Ausschusssitzung am Donnerstagabend im Hochzeitshaus. Bevor dazu aber die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes und der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden, soll zunächst ein Gespräch mit den Avantgardisten des Vorhabens geführt werden, um ein – wie es Ausschussvorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann formulierte – „verträgliches Konzept“ zu erarbeiten. Dabei zielt er vor allem auf die Lärm-Emissionen ab. „Ein zweites Woodstock“ dürfe es in der Kurstadt nicht geben.

Konkret angesprochen sind die örtliche Gastronomie und das Eschweger Unternehmen Hessensound Veranstaltungstechnik, das erstmals im Vorjahr unter strengen Corona-Vorgaben mit dem Soundgarten mehr als tausend Menschen begeisterte und für die Neuauflage ab Mitte Juli bereits hochkarätige Künstler verpflichtet hat, wie Max Giesinger, Lea, Wincent Weiß oder den Comedian Olaf Schubert.

Einig war sich der Ausschuss auch, dass vorwiegend lokale und regionale Anbieter zum Zuge kommen sollen auf dem Gelände, in das neben dem Stadtgraben auch die alte Flussbadeanstalt und der Alleerasen einbezogen werden. Bisher sind diese unbeplanten Flächen Ruhezone und zum Teil auch Landschaftsschutzgebiet, weshalb Bauamtsleiter Helmut Franke von einem „Spagat für die Stadt“ sprach.

Im Rückblick auf die erfolgreiche Soundgarten-Premiere im vergangenen Sommer sprach Franke von einer „ganz tollen Werbung für die Stadt“. Wichtig sei, pflichtete ihm Heuckeroth-Hartmann bei, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt stehe. Deshalb müssten die Veranstaltungen auf eine Zeit bis 22 Uhr begrenzt werden, weil ab dann eine Phonstärke von maximal 45 Dezibel zulässig sei. Geklärt werden, so der Ausschussvorsitzende, müssten noch Fragen der Infrastruktur, wie etwa der Zufahrten, der Anzahl der Toiletten oder der Ausgleichsmaßnahmen. Wenn alles gut laufe, könne der Bebauungsplan im Frühjahr 2022 rechtswirksam werden.

In Anbetracht der Pandemie gab es für die Serie der Veranstaltungen im vergangenen und in diesem Jahr von den Behörden lediglich eine Ausnahmegenehmigung.

Neues Bauland

In der knapp dreistündigen Sitzung befasste sich der Bauausschuss auch mit dem Bebauungsplan „Diebesturm“. Dort und an der Waldisstraße sollen auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern mehr oder weniger verwilderte Gärten in ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt werden, um dem zunehmendem Mangel an Bauplätzen entgegenzuwirken.

Vorgesehen sind, abhängig vom Zuschnitt des Areals, fünf bis sechs Grundstücke für eine zweigeschossige Bebauung mit einer maximalen Firsthöhe von zehn Metern. Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtparlament eine frühzeitige Bürgerbeteiligung. (zcc)

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