„Hitparade im Gottesdienst“

Michael Schütz brilliert mit Pop und Rock auf der Crucis-Orgel in Bad Sooden-Allendorf

Michael Schütz sitzt vor der Orgel.
+
Schlug etwas andere Töne an: Michael Schütz brillierte mit Pop und Rock auf der Crucis-Orgel.

Wenn es wirklich „ein Experiment“ war, wie es der Künstler eher demütig verstanden wissen wollte, dann war es mehr als geglückt: In der unter Corona-Bedingungen voll besetzten St.-Crucis-Kirche riss der Musiker und Komponist Michael Schütz (57) am Freitagabend ein restlos begeistertes Publikum mit einem Orgelkonzert der ganz besonderen Art zu Beifallsstürmen hin.

Bad Sooden-Allendorf - In einer Art „Hitparade im Gotteshaus“ servierte der Berliner Dozent für Popularmusik unverfremdete Cover-Versionen unter anderem von Abba, den Beatles, Sting oder Freddie Mercury. Dabei offenbarte er einmal mehr die Vielseitigkeit der „Queen“, wie das aus dem englischen Cambridge importierte Tasteninstrument genannt wird.

„Endlich mal was anderes als nur Klassik“, lautete der Kommentar nicht weniger Zuhörer, unter die sich – nicht überraschend – auffallend viele junge Leute gemischt hatten.

Abbas „Thank you for the music“, als erster Titel des einstündigen Konzerts, nahm vorweg, was am Ende vermutlich jeder Besucher voller Dankbarkeit empfunden hat.

Mit „Hey Jude“ interpretierte der gebürtige Karlsruher voller Gefühl den erfolgreichsten Beatles-Song, dem er am Tag seines 80. Geburtstags John Lennons Friedensbotschaft „Imagine“ folgen ließ. In die gleiche Richtung zielte jener Titel aus zarten Tönen, den Sting 1985 als Warnung davor komponiert hatte, dass aus dem Kalten Krieg ein heißer werden könne. „Russians“ hat er ihn genannt und damit zum Ausdruck gebracht: „Auch die Russen lieben ihre Kinder.“

Freddie Mercurys „We are the Champions“ hätte wohl manchen Besucher gereizt, in diesen triumphalen Song einzufallen, was sich in Corona-Zeiten allerdings verbietet, die obendrein das Publikum trotz mehr als ausreichenden Abstands mit Maskenzwang belegten. Am selben Tag nämlich hatte der Landrat wegen steigender Infektionszahlen für den Werra-Meißner-Kreis die Warnstufe „Gelb“ ausgegeben.

Elf Hits aus mehr als 40 Jahren hatte Michael Schütz mitgebracht, der als Pianist schon so berühmte Interpreten wie Jennifer Rush, Deborah Sasson oder Toto Cutugno begleitet hat und mit seiner Formation „sona nova“ sogar in der Carnegie Hall in New York aufgetreten ist. Sein schönstes Versprechen zum Schluss: „Ich werde wiederkommen.“ (Von Christoph Cortis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.