St.-Crucis-Kirche in Bad Sooden-Allendorf

Kirchensanierung: Mit Hitze gegen die Holzwürmer

+
Alles verpackt und eingerüstet: Die Sanierung der St.-Crucis-Kirche ist im Innenraum angekommen, wie (von links) Bauausschuss-Chef Christian Thorey, Architekt Aloys Werner und Pfarrer Hubertus Spill vorführen.

Bad Sooden-Allendorf. Nach der aufwendigen Erneuerung des Daches auf dem Schiff der St.-Crucis-Kirche ist das Projekt Sanierung des Gotteshauses jetzt im Innenraum angekommen. 

Dort geht es zunächst den Holzwürmern an den Kragen.

In Kirchenschiff und Chorraum sieht es schon aus wie nach einem Besuch des Verpackungskünstlers Christo: Alles von den Bänken bis zum Altar ist zum Schutz in schwarze Folie gepackt. Da hat die ehrenamtliche Arbeitsgruppe der Kirchengemeinde schon wieder ganze Arbeit geleistet.

Zudem recken sich Gerüste bis unter die Decke. In gut zehn Metern Höhe wurde eine Plattform aus Aluminium-Trittplatten gelegt, um die Decke sanieren zu können. Und das ist der Inhalt des dritten Bauabschnitts. Die Decke wird mit einer hellen Unterhangdecke verkleidet, ähnlich der bis Ende der 1950er-Jahre existierenden Kassettendecke. Diesmal soll das Gewölbe in seinem ursprünglichen Verlauf darauf abgebildet werden, wie Architekt Aloys Werner erläutert. Die Unterhangdecke dient der Wärmedämmung und schützt vor Schmutz vom Kirchendach.

Die Sanierung beginnt mit einer aufwendigen Bekämpfung des auch als Holzwurm bekannten gemeinen Nagekäfers, dessen Larven das Holz in der Kirche immer mehr schädigen. Es sei ein starker, lebender Befall der Balken und auch des Gestühls festgestellt worden, sagen Pfarrer Hubertus Spill und Christian Thorey, der Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchengemeinde.

Eine Spezialfirma aus Dresden beheizt nun seit Dienstagvormittag das Kircheninnere Tag und Nacht - mindestens fünf Tage lang. Ziel ist, eine Wärme von 65 Grad zu erzeugen, die den unliebsamen Insekten - und vor allem den Larven des Käfers - den Garaus macht. Dazu muss aber auch das Innere aller Balken bis 65 Grad erhitzt werden. Und die stärksten Fichtenbalken haben einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimeter. Über extra eingebohrte Messsonden kann per Computer die Kerntemperatur kontrolliert werden. Zum Schutz vor erneuter Besiedlung werden die Deckbalken anschließend mit einem Spezialsalz imprägniert.

Die Kanzel, die vor 20 Jahren schon einmal behandelt, aber zum Teil schon wieder vom Holzwurm befallen ist, sowie das geschädigte Gestühl sollen später auch behandelt werden.

Die bestehende, von der Decke hängende Beleuchtung soll durch LED-Technik modernisiert werden, aber auch zusätzliche LED-Leuchten sind vorgesehen - insgesamt sieht das mit einem Lichtplaner erstellte Lichtkonzept 45 neue Strahler vor.

Ferner gibt es ein Tonkonzept, weil auch die Beschallung überarbeitet wird. Neu wird eine Schwerhörigenanlage ins Kirchenschiff kommen.

Über den Baufortschritt in der St.-Crucis-Kirche kann man sich auf dieser Internetseite informieren: www.ev-kirche-bsa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.