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Bootshaus-Nutzung: Bürgermeister legt Widerspruch gegen Blockade durch Koalition ein

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Von: Christoph Cortis

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Drei Interessenten für ein Projekt: Um Platz zu schaffen für eine größere Bühne, will Hessensound das Bootshaus um ein Feld (blaue Schrift, links vom Fallrohr) verkleinern.
Drei Interessenten für ein Projekt: Um Platz zu schaffen für eine größere Bühne, will Hessensound das Bootshaus um ein Feld (blaue Schrift, links vom Fallrohr) verkleinern. © Chris Cortis

Gegen die Blockade zur Bootshaus-Nutzung in Bad Sooden-Allendorf hat der Bürgermeister nun Widerspruch eingelegt.

Bad Sooden-Allendorf – Weil er das Wohl der Stadt gefährdet sieht, hat Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix offiziell Widerspruch eingelegt gegen den Beschluss des Stadtparlaments, das mit seiner Mehrheitskoalition aus SPD, Grünen und FWG das Eschweger Veranstaltungsunternehmen Hessensound zumindest vorerst in dem Bestreben blockiert hat, das alte Bootshaus im Stadtgraben für sein Festival Soundgarten-Open-Air zu nutzen.

Schon im September vergangenen Jahres hatte Hessensound sein Interesse an dem Bootshaus angemeldet, um dort neben einem Lagerplatz auch ein Produktionsbüro und eine Künstlergarderobe einzurichten. Zugleich sollte das Gebäude geringfügig verkleinert werden, um Platz zu schaffen für eine größere Bühne, wie sie von namhaften Künstlern gefordert wird. Laut Hessensound war dem Unternehmen eine Umsetzung der Pläne auch in Aussicht gestellt worden.

Dem aktuellen Pächter des Bootshauses war mit Ablauf dieses Jahres gekündigt worden, sodass der Weg frei zu sein schien für Hessensound. Allerdings zeigte plötzlich auch die Rhenanus-Schule unter Hinweis auf ihren sportlichen Schwerpunkt Interesse an dem Gebäude, und auch der derzeitige Pächter möchte weitermachen wie gehabt.

In der jüngsten Stadtverordnetensitzung erst gar nicht zur Abstimmung kam deshalb ein Beschlussvorschlag des Bürgermeisters, das Bootshaus ab dem 1. Januar 2023 für die Dauer von zunächst fünf Jahren an Hessensound zu verpachten.

Stattdessen setzte sich Hix für einen Kompromiss ein, wonach alle drei Interessenten das Bootshaus gemeinsam nutzen sollten, dabei Hessensound begrenzt auf nur fünf Wochen rund um das Festival im Sommer.

Diesen Vorschlag jedoch hatte die Koalition kraft ihrer Mehrheit abgelehnt und durch Grünen-Sprecher Martin Herrmann damit begründet, die Sache sei „zu komplex“.

Man benötige für das „Filetstück“ ein „gründliches Entwicklungskonzept“. „Einfach nur ärgerlich“, kommentierte der Rathauschef diese Entscheidung. Sie sei „zum Nachteil der Stadt“ und hemme „die positive Entwicklungschance“ für das Festival und damit auch von Bad Sooden-Allendorf, das durch das Soundgarten-Open-Air bundesweite Aufmerksamkeit erregt und viele tausend Gäste aus nah und fern angezogen habe, kämpft Hix um den Kompromiss, den auch Hessensound für eine „tragbare Lösung“ hält.

Aufgrund seines dritten Widerspruchs in kurzer Zeit gegen einen Mehrheitsbeschluss der Koalition wird sich das Stadtparlament in seiner nächsten Sitzung im neuen Jahr erneut mit der Thematik befassen müssen.

Zunächst hatte sich die Koalition bei einer Rahmenvereinbarung der Stadt mit Hessensound quer gestellt, dann aber doch zugestimmt. Zuletzt lehnte sie erst eine Erhöhung der Kurtaxe um einen Euro auf 3,60 Euro ab, billigte sie dann aber in zwei Schritten. (zcc)

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