Höherer Verlustausgleich der Werratal-Therme

Badespaß zu jeder Jahreszeit: Im Außenbecken der Werrataltherme ist das salzhaltige Wasser angenehm warm. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Bad Sooden-Allendorfs Stadtverordnete stimmen einer Erhöhung zu, um eine Überschuldung zu verhindern.

Im zweiten Anlauf hat das Badestädter Parlament grünes Licht erteilt, den im Haushalt veranschlagten Verlustausgleich für die defizitäre Werratal-Therme vorsorglich um 20.000 Euro auf die laut Schutzschirmvertrag höchstzulässige Summe von 450.000 Euro zu erhöhen, um eine Überschuldung zu verhindern. Die drohte auch deswegen, weil die Therme nach einer Havarie im Jahresverlauf vorübergehend geschlossen werden musste, mithin fest einkalkulierte Einnahmen weggebrochen waren.

Nachdem es vor einem Monat in derselben Frage noch ein Patt gegeben hatte, stand in der letzten Sitzung des Jahres am Freitagabend eine breite Mehrheit hinter dem Begehren von Bürgermeister Frank Hix, der zugleich ehrenamtlicher Geschäftsführer der Kurbetriebs-GmbH ist. Alle 22 Abgeordneten von CDU, SPD, Grünen und FWG billigten die Erhöhung. Wegen der ihrer Ansicht nach mangelhaften Informationspolitik im Rathaus verweigerte die FDP ihre Teilnahme an der Abstimmung.

Auf seine Seite gekriegt hatte der Bürgermeister die große Mehrheit der Stadtverordneten, weil er ihnen - anders als in der Sitzung zuvor - die aktuellsten Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Therme auf den Tisch gelegt hatte.

Warum nicht gleich so?, war der Tenor im Redebeitrag von SPD-Fraktionschef Peter Hieronimus, der den von Hix öffentlich erhobenen Vorwurf, der erste ablehnende Beschluss sei „stadtschädigend“ gewesen, „aufs schärfste“ zurückwies.

Gegen eben diesen Beschluss hatte Hix auch deswegen Widerspruch eingelegt, weil er eine Interessenkollision eines SPD-Abgeordneten in der Tatsache erblickte, dass der zugleich Beschäftigter der Therme ist. Diese Rechtsauffassung bestätigten unterdessen Juristen des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Das Parlament gab daraufhin dem Widerspruch des Bürgermeisters statt.

In der vorausgegangenen 60-minütigen Debatte monierte FDP-Fraktionschef Dr. Hartmut Dunkelberg, es werde viel zu wenig getan, um die Kosten in der Werratal-Therme zu senken. Konkret sprach er etwa den Stromverbrauch, die Wärmegewinnung, Personalkosten, Öffnungszeiten und Eintrittspreise an. Statt die Grundsteuer zu erhöhen und auf der Pferdesteuer zu beharren, sollten die Einsparpotenziale in der Therme genutzt werden.

Für die FWG warf Christian Faßhauer die Frage auf, ob es nicht besser sei, für die Therme einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu bestellen, der ein Wirtschaftsfachmann sein müsse. Diese und andere Fragen sollten nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Georg von Lüninck bei den Haushaltsberatungen erörtert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.