Tipps der Landfrauen

„Holunder tut Wunder“: Gesunde Beeren reifen im Werra-Meißner-Kreis

Hat einen Holunderstrauch vor dem Haus stehen: Schäferin Monika Timmerberg aus Dudenrode.
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Hat einen Holunderstrauch vor dem Haus stehen: Schäferin Monika Timmerberg aus Dudenrode.

Im Spätsommer wird im Werra-Meißner-Kreis der Holunder reif. Wir verraten Ihnen mithilfe der Landfrauen, wie man daraus leckeren Saft und Kuchen machen kann.

Dudenrode – Schwarzviolett glänzen von Ende August an die Beeren des Holunders. „Ihr aromatischer Saft, der abgekocht werden muss, ist reich an Vitamin C“, berichtet Landfrau Monika Timmerberg aus Dudenrode. Die Beeren eignen sich unter anderem für Kuchen und Desserts – und das sind die Tipps der Landfrau zur Verwendung:

„Durch das Erhitzen werden Inhaltsstoffe der Beeren zerstört, die Durchfall und Erbrechen verursachen können“, betont die Landwirtin. Dazu lässt sie die Beeren eine halbe Stunde lang im Wasserbad köcheln, bevor sie sie durch ein Tuch presst. Sie passt dabei auf, nichts zu verspritzen. Holunderflecken lassen sich nämlich kaum noch von Textilien entfernen. Timmerberg füllt den heißen Saft in kleine, sterile Flaschen ab. „Den Saft habe ich früher meinen neun, mittlerweile erwachsenen Kindern den Winter über immer in den Quark gerührt.“

Die Bäuerin verwendet die Beeren auch zum Kuchenbacken. Dazu bestreut sie die Früchte mit Zucker und lässt sie Saft ziehen. Die Mischung erhitzt sie zehn Minuten lang. Nach dem Abkühlen gibt sie Mandeln sowie etwas Zitronenschale, Vanillezucker und Zimt dazu. Das hebt sie vorsichtig unter geschlagenes Eiweiß. Die Masse kommt auf einen Schmandteigboden und dann für 40 Minuten in den Backofen.

„Vielseitig nutzen lassen sich die weißen Blütendolden, deren Duft im Frühjahr schon von Weitem zu riechen ist“, erklärt Timmerberg. Für Gelee übergießt sie die Blütendolden so mit Apfelsaft, dass die Enden der Stiele noch alle herausschauen. Nach einem Tag gießt sie den Saft ab. Sie gibt Gelierzucker dazu und bereitet den Aufstrich nach den Packungsangaben zu. Am Ende füllt sie alles sofort in sterile Gläser ab und verschließt sie fest.

„Für Sirup setze ich die Dolden mit einem Liter Wasser und Zitronensaft an“, führt die Bäuerin aus. Nach 24 Stunden löst sie viel Zucker im Wasser auf und lässt alles weitere zwölf Stunden im Sonnenlicht stehen. Dann gießt sie die Flüssigkeit durch ein Kunststoffsieb. Den Sirup füllt sie in sterile Flaschen ab. „Er schmeckt, vorsichtig dosiert, gut zu Obstsalat oder in einem Glas Sekt“, empfiehlt die Schäferin. Vor ihrem Haus am Kirchrain in Dudenrode hat sich von selbst ein Holunderbusch angesiedelt. „Er ist mir zugewachsen.“

Besondere Rolle als Busch von Frau Holle

Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land wächst der anspruchslose Strauch, der zehn Meter hoch werden kann, überall an Wegrändern und auf Lichtungen. „Als Pflanze, die Frau Holle zugeschrieben wird, hat er eine besondere Bedeutung für unsere Region“, sagt Geschäftsführer Marco Lenarduzzi. „Mein Lieblingsgericht sind in Bierteig ausgebackene Holunderblüten“, verrät der studierte Förster.

„Der Sage nach hat der Holunder, dessen hohles Holz sich weder zum Bauen, noch zum Heizen nutzen lässt, einst Frau Holle um Hilfe gebeten“, weiß die Historikerin und Holle-Forscherin Annette Rath-Beckmann. Frau Holle habe dem Strauch daher seine wohlschmeckenden und gesunden Blüten und Beeren geschenkt. „Holunder tut Wunder“, heiße es. (Michael Caspar)

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