Inklusives Leben am Balzerbornweg

Werraland-Lebenswelten legen Grundstein für Wohnstätte mit einem neuen Konzept in Bad Sooden-Allendorf

Den Grundstein für das Wohnprojekt am Balzerbornweg in Sooden legten (von links) Martin Hofmockel (Werraland-Lebenswelten), Michael Kulle (Heimbeirat Wohnstätte Eschwege), Andrea Stöber, Stefan Reuß (beide Werraland-Verwaltungsrat), Werraland-Vorstand Georg Forchmann, Verwaltungsratsvorsitzender Ralph Beyer, Heike Nölke (Verwaltungsrat) und Bürgermeister Frank Hix.
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Den Grundstein für das Wohnprojekt am Balzerbornweg in Sooden legten (von links) Martin Hofmockel (Werraland-Lebenswelten), Michael Kulle (Heimbeirat Wohnstätte Eschwege), Andrea Stöber, Stefan Reuß (beide Werraland-Verwaltungsrat), Werraland-Vorstand Georg Forchmann, Verwaltungsratsvorsitzender Ralph Beyer, Heike Nölke (Verwaltungsrat) und Bürgermeister Frank Hix.

Mehr als fünf Millionen Euro fließen in Bad Sooden-Allendorfer in inklusives Wohnprojekt.

Bad Sooden-Allendorf – Zwischen zwei Regenphasen strahlte sogar kurzzeitig die Sonne, als am Mittwochnachmittag der Grundstein für ein großes Projekt der Werraland-Lebenswelten gelegt wurde. Am Balzerbornweg in Sooden errichtet die Dienst- und Hilfsorganisation für Menschen mit Beeinträchtigungen im Werra-Meißner-Kreis eine Wohnstätte mit 24 Plätzen für Gehandicapte.

Für mehr als fünf Millionen Euro, von denen der Landeswohlfahrtsverband 4,5 Millionen übernimmt, werden ein zweigeschossiges und zwei eingeschossige Gebäude gebaut. Es würden moderne, großzügige und barrierefreie Wohneinheiten erstellt, kündigte Werraland-Verwaltungsratsvorsitzender Ralph Beyer an, der daran erinnerte, dass die erste Idee zu dem neuen Wohnkonzept schon 2015 entstand.

„Das ist gut angelegtes Geld“, befand Vorstand Georg Forchmann und ergänzte, man wolle eine „tolle Wohnanlage“ und eine „inklusive Landschaft“ in der Badestadt schaffen. Dabei dachte er auch an das andere Werraland-Projekt, wo aus dem ehemaligen Sportinternat in Allendorf ein inklusives Wohnkonzept für mehr als 20 junge Leute mit und ohne Handicap realisiert werden soll.

Für die Stadt, die sich auf die Fahnen geschrieben habe, barrierefreie Fachwerkstadt zu werden, und die Menschen hier werde der Startschuss jetzt weitere Motivation und Anschub geben, ihr Konzept voranzutreiben, freute sich auch Bürgermeister Frank Hix.

Als bewegender Moment der kleinen Feier am Mittwoch im Rohbau des Hauptgebäudes – der erste Spatenstich war per Bagger im April erfolgt – wurde das Verlesen zweier Gedichte durch Martin Hofmockel, Geschäftsbereichsleiter Wohnen, und Matthias Kreiselmeyer, Abteilungsleiter Besondere Wohnformen, empfunden. Die Verse mit den Titeln „Das Haus“ und „Das Neue“ waren von Roswitha Müller vom Heimbeirat des Fritz-Delius-Hauses in Ringgau-Datterode, und Roland Krug, ebenfalls Datterode, extra für die Grundsteinlegung geschrieben worden. Die niedergelegten Gedanken der beiden, die womöglich eines Tages selbst nach Bad Sooden-Allendorf umziehen, sollten mit in die Grundstein-Kassette gelegt werden.  

24 Wohn- und 14 Tagesstrukturplätze

Von den 24 Wohnplätzen am Balzerbornweg sind 18 als stationäre Plätze vorgesehen, die derzeit noch in anderen Wohnheimen von Werraland leben, und 6 als stationär begleitete. Hinzu kommen in einem Haus 14 Tagesstrukturplätze für Menschen, die nicht mehr arbeiten und nicht in einem der Werraland-Wohnheime leben.

Bis die Bauarbeiten abgeschlossen und die ersten Wohneinheiten bezogen werden können, werden noch mindestens eineinhalb Jahre vergehen. Mit den ersten Einzügen wird im ersten Quartal 2023 gerechnet.

Schon jetzt kündigte Forchmann an, dass es dann ein Fest zum gegenseitigen Kennenlernen mit Nachbarn und Kirchengemeinden zur Eröffnung geben soll.

Die 24 Wohneinheiten in der neuen Wohnstätte stellen dann übrigens keine Erweiterung der bisher eingerichteten 112 Plätze für Menschen mit Beeinträchtigungen dar, wie Forchmann erläuterte. Stattdessen werden Plätze verlagert aus den vorhandenen Wohnstätten in Eschwege und Ringgau-Datterode, weil es dort an Barrierefreiheit und Aufzügen mangele sowie Doppelzimmer und kleine Einzelzimmer aufgelöst werden sollen. (Stefan Forbert)

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