Eine Seite Informationen über NS-Vergangenheit von Allendorfer Lehrer

Johannes Rädlein erhielt sogar Ehrensold von Adolf Hitler

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Straßenname in Allendorf: Dem Lehrer und Heimatschriftsteller Johannes Rädlein ist ein Weg zwischen der Sickenberger Straße und der Asbacher Landstraße gewidmet.

Noch ist nach den jüngsten neuen Beweisen über die NS-Vergangenheit des als Lehrer und Heimatschriftsteller durch einen Straßennamen in Bad Sooden-Allendorf geehrten Johannes Rädlein keine Initiative bekannt geworden, „seinen“ Weg umzubenennen.

Schon in der im vorigen Jahr zur 800-Jahr-Feier herausgekommenen Chronik „Bad Sooden-Allendorf – Eine Zeitreise“ gibt eine Seite Auskunft über den Lebensweg von Martin Otto Johannes Rädlein (1887-1970) und dessen offensichtlich derart wertvolle Unterstützung der nationalsozialistischen Ideologie, dass er für diese „Verdienste im Kampf für die völkische Erneuerung des Deutschen Volkes“ 1936 von Adolf Hitler ein Ehrensold auf Lebenszeit von monatlich 300 Reichsmark (heute etwa 1200 Euro wert) erhielt.

Bereits als Student hatte, wie aus der Arbeit von Stadtarchivarin Dr. Antje Laumann-Kleineberg in der Stadtchronik über „Bad Sooden-Allendorf in der Zeit des Nationalsozialismus“ hervorgeht, der in Dresden geborene und aufgewachsene Rädlein „als glühender Verfechter der völkisch-rassistischen Ideologie angefangen, in der Publikation „Hammer“ Beiträge zu schreiben. Das Blatt diente ausschließlich der antisemitischen Hetze, dem Bekämpfen des internationalen Judentums und der Propagierung rassistischer und völkischer Ideale. In Allendorf verfasste Rädlein, der sich laut Laumann-Kleineberg gern als „Lehrer und Schriftsteller“ bezeichnete, unter anderem Gedichte zumeist zur heldischen Verklärung des Führers, der heimatlichen Scholle und der Größe des arischen Deutschen Volkes.

Nachdem er 1932 in die NSDAP eingetreten war, fuhr er als „Kreishauptstellenleiter des Kreispropagandaamtes“ über Land und hielt flammende Reden. Auch gestaltete er die Morgenfeiern bei den Wochenendschulungen der NSDAP-Ortsgruppen des Kreises Witzenhausen. Und in der Schule setzte er sein Bestreben darein, den Religionsunterricht abzuschaffen.

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