Bad Sooden-Allendorf: Katholiken verabschieden ihren Pfarrer

Viele gute Wünsche: der scheidende katholische Pfarrer Norbert Bergmann, eingerahmt von Christa Heczko (links) und Verena Rudolph. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Norbert Bergmann geht nach 44 Jahren als Priester in den Ruhestand.

Demut und Wehmut - das waren die fast greifbaren Gefühle während eines feierlichen Gottesdienstes, in dem nach 25-jährigem Wirken in der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius Pfarrer Norbert Bergmann am Sonntag aus dem kirchlichen Dienst entlassen und in den am Monatsende beginnenden Ruhestand verabschiedet worden ist.

„Das berührt mich schon“, gestand der 69-Jährige, nachdem ihn sechs junge und überwiegend weibliche, in weiße Kutten gehüllte Ministranten vom Kirchenportal durch die Menge der Gläubigen zum mit Blumen und drei Kerzen geschmückten Altar geleitet hatten, hinter dem - wie vor einer Madonnenstatue - sieben Flammen loderten. Schon immer habe er seine Aufgabe im Dienen gesehen und in der Verkündigung des Wortes Gottes, reflektierte Bergmann sein 44-jähriges Dasein als Priester. Er hoffe bei aller eigenen Begrenztheit, dass Gottes Botschaft auch angekommen sei. Barmherzigkeit, caritatives Tun und Hinhören zu Gottes Wort seien Grundwerte, ohne die der Glaube nicht leb- und erlebbar werde.

Herzliche Worte des Dankes und die besten Wünsche für den Ruhestand richteten an den scheidenden Pfarrer die Sprecherin des Pfarrgemeinderates, Christa Heczko, und Rena Rudolph für den Verwaltungsrat. Nach nur kurzzeitigen Intermezzi seiner beiden Amtsvorgänger habe Norbert Bergmann den früheren Vorgänger Theo Krenzer, der 24 Jahre an St. Bonifatius wirkte, sogar noch übertroffen. „Norbert“, wie er vertraut angeredet wurde, werde „als großer Baumeister in die Geschichte eingehen“, habe er doch das Gotteshaus innen und außen auf Vordermann gebracht, ein neues Pfarrhaus und einen Kindergarten errichten lassen. Neben dem Seelsorger werde man auch dessen kritische Worte in seinen Predigten vermissen.

Als sichtbares Zeichen des Dankes und der Anerkennung erhielt Bergmann von der 1100 Katholiken zählenden Pfarrgemeinde ein großformatiges Jesus-Gemälde und „weil er so gern wandert und dann auch mal eine Rast benötigt“, eine rustikale Ruhebank mit der in großen Lettern eingebrannten Inschrift „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

Als vielleicht engste Vertraute des Pfarrers, mit dem sie an seiner ersten Pfarrstelle in Sontra neun und in Bad Sooden-Allendorf fast 25 Jahre zusammengearbeitet hat, dankte die Leiterin des Kindergartens St. Bonifatius, Claudia Groß-Albenhausen, Bergmann für dessen unermüdlichen Einsatz zugunsten der Kita. Im Anschluss an den Gottesdienst, umrahmt vom Kirchenchor unter der Leitung von Melanie Heczko, nahm Bergmann bei einer Kaffeetafel im überfüllten Gemeindehaus St. Elisabeth noch zahlreiche gute Wünsche entgegen.

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