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Straßen in Bad Sooden-Allendorf bleiben marode

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Von: Christoph Cortis

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Risse und Fehlstellen auf dem Kirchweg in Sooden
Erst gar nicht im Etat 2023 berücksichtigt: Wie andere Straßen in der Kurstadt ist der Kirchweg in Sooden in einem marodem Zustand. © Chris Cortis

„Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe.“ Was Friedrich Schiller schon vor mehr als 200 Jahren niederschrieb, leitete auch Verwaltung und Parlamentarier von Bad Sooden-Allendorf vor der Absegnung des städtischen Haushalts für das jüngst begonnene Jahr.

Bad Sooden-Allendorf – Im Etat 2023 hat sich der Rotstift ausgetobt, um von der übergeordneten Behörde überhaupt eine Genehmigung für das Zahlenwerk zu erhalten. Das schließt bei Ausgaben in Höhe von gut 19 Millionen Euro immer noch mit einem Defizit von 385 000 Euro ab. Im Entwurf war ein mit fast 700 000 Euro fast doppelt so hohes Minus einkalkuliert worden.

Schon vor der parlamentarischen Schlussberatung hatte der Magistrat eine lange Liste von Einsparungen im Gesamtvolumen von mehr als 600 000 Euro in sämtlichen Fachbereichen abgesegnet.

Zum nicht ausschließlichen, aber weit überwiegenden Teil betroffen ist davon die Bauverwaltung. So werden bei der Instandhaltung von Gebäuden und Außenanlagen Einsparungen von gut 197 000 Euro erzielt, etwa durch Verzicht von Sicherungsmaßnahmen an der Höhle Holstein zwischen Kammerbach und Hilgershausen (-100 000 Euro) und am Klausbergturm (-50 000).

Bei der Instandhaltung von Straßen, Plätzen und Wegen fällt in Sooden der Balzerbornweg mit Abstrichen von 75 000 Euro durchs Sieb. Etliche Straßen, die es noch nötiger hätten, waren erst gar nicht zum Sanieren in Erwägung gezogen worden. Die energetische Quartierssanierung (70 000 Euro) fällt ebenso flach wie ein 40 000 Euro teures Konzept für die Sanierung der Stadtmauer. Nur zur Hälfte neu verfugt wird das städtische Freibad, was Ausgaben von 50 000 Euro erspart. Und bei der Bauleitplanung unter anderem in Oberrieden, Hilgershausen, Ellershausen und Orferode entfallen Kosten von 87 000 Euro.

In mehr als 50 Einzelabstimmungen nahmen schließlich die Stadtverordneten Änderungen am Haushaltsentwurf vor. Schmerzlich zur Kenntnis genommen wurde dabei die Erhöhung der Kreisumlage um gut 500 000 Euro und der Schulumlage um knapp 300 000 Euro. Dagegen nimmt die Stadt gut 610 000 Euro mehr an Schlüsselzuweisungen ein. Durch den Verkauf von Grundstücken will die Stadt mehr als 600 000 Euro einnehmen und spart 300 000 Euro ein, indem sie auf die Sanierung des Mausoleums auf dem Allendorfer Friedhof verzichtet.

„Bluten“ muss die Tourismus- und Kuranstalt, der Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten in Werratal-Therme und Kurmittelhaus in einer Größenordnung von über 200 000 Euro vorerst „ausgeredet“ worden sind, dafür aber immer noch mehr als 100 000 Euro investieren darf. (zcc)

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