Im Kindergarten St. Bonifatius begegnen Flüchtlingskinder dem christlichen Glauben

Bringt den Mädchen und Jungen im Kindergarten St. Bonifatius alles rund um Ostern bei: die Erzieherin Anette Niedbala. Auf dem Foto wäscht sie der fünfjährigen Nasik aus Syrien die Füße, um die Geschichte aus dem Neuen Testament nachzustellen. Foto: Henniges

Bad Sooden-Allendorf. Wie bereiten sich Kindergärten mit Flüchtlingskindern auf das Osterfest vor? Im katholischen Kindergarten in Bad Sooden-Allendorf unter anderem mit Füße waschen.

Eine Wanne gefüllt mit Wasser, ein Waschlappen und viele kleine Kinderfüße - im katholischen Kindergarten St. Bonifatius in Bad Sooden-Allendorf ist es Zeit für die Fußwaschung. Ein Kind wundert sich ein wenig und stellt fest: „Ich habe mich heute doch schon gewaschen.“

Während der Fastenzeit wollen die Erzieherinnen den Kindern die Hintergründe des Osterfestes nahebringen. Dazu gehören zum Beispiel das Nachstellen des Abendmahls, der Besuch einer Kirche oder eben das Waschen der Füße.

Auch die Flüchtlingskinder sind neugierig auf das neue Thema Ostern. Insgesamt besuchen derzeit fünf Kinder mit Flüchtlingshintergrund den Kindergarten in Bad Sooden-Allendorf. Drei von ihnen nehmen vormittags an den einzelnen Angeboten teil und lernen den christlichen Glauben kennen. So auch der vierjährige Nori aus dem Iran und die fünfjährige Nasik aus Syrien. Zusammen mit den anderen Kindern sitzen sie im Kreis und hören neugierig der Erzieherin Anette Niedbala zu, die davon erzählt, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. „Bei uns im Kindergarten sollen Jesus und die Bibel für alle Kinder keine Fremdworte sein“, erzählt Leiterin Claudia Groß-Albenhausen. Zur Osterzeit können die Mädchen und Jungen daher zwischen verschiedenen Angeboten auswählen. Das erklärte Ziel: christliche Themen kennenlernen, die die Kinder möglicherweise später dann auch für sich selbst als wichtig erachten.

Doch wie gehen eigentlich Familien mit einem Flüchtlingshintergrund damit um? „Die Menschen mit einer anderen Religion sind sehr offen. Wir erzählen den Eltern zu Beginn von unseren Angeboten und erwarten auch, dass sie ihren Kindern solche Aktionen ermöglichen“, erklärt die Kindergartenleiterin. Nicht erwartet wird dagegen, dass die Familien auch selbst dahinter stehen. „Wenn die Kinder zum Beispiel nicht mit in die Kirche dürfen, dann müssen die Eltern sich um eine alternative Betreuungsmöglichkeit kümmern.“

Doch solche Probleme gebe es derzeit nicht. Vor allem die Flüchtlingskinder seien sehr wissbegierig: „Sie saugen die Informationen förmlich auf“, weiß Groß-Albenhausen. Inzwischen würden die Kinder relativ gut Deutsch sprechen. Dennoch versuche man vor allem über Symbole, Inhalte rund um Ostern zu festigen.

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