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Bad Sooden-Allendorfer Grundschüler werden zu Zauberern, Clowns und Akrobaten

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Von: Christoph Cortis

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Freude pur: Die Clowns veralberten den Zirkusdirektor.
Freude pur: Die Clowns veralberten den Zirkusdirektor. © Chris Cortis

Nach nur vier Tagen Training lieferten die Bad Sooden-Allendorfer Grundschüler ein tolles Zirkusprogramm ab.

Bad Sooden-Allendorf – Das war so recht nach dem Geschmack des Publikums: Mal mit ungläubigem Staunen, mal mit herzhaftem Lachen verfolgten Jung und Alt am Donnerstag die Künste der Badestädter Grundschulkinder, die vier Tage lang in die Schule des Projektzirkus’ Bellissimo gegangen waren, um im gleißenden Scheinwerferlicht als Zauberer, Clowns und Akrobaten die Manege zu erobern.

Der große Auftritt der kleinen Leute war die erste von vier Aufführungen an zwei aufeinander folgenden Tagen, und jedes Mal vermeldete der Veranstalter ein volles Haus.

In farbenfrohen Kostümen bildeten Mädchen eine menschliche Pyramide, maßen Rad schlagend die kreisrunde Manege aus oder kamen bei einem waghalsigen Drahtseilakt auch dann nicht aus der Balance, wenn sie in die Knie gingen.

Jongleure ließen auf einem dünnen Stab Teller rotieren und niemand nahm es den Geschicklichkeitskünstlern krumm, wenn ein Ball den Gesetzen der Schwerkraft folgte und auch einmal zu Boden fiel.

Nichts für schwache Nerven war jene Nummer, bei der die Zauberer einen meterhohen Würfel von allen Seiten mit Spießen durchlöcherten. Das Kind, das drinnen hockte, blieb freilich unverletzt. Ihren Schabernack trieben die Clowns ausgerechnet mit dem Zirkusdirektor, der bei einer Wette Bonbons suchen musste, welche die Spaßmacher mal zwischen ihre X-Beine geklemmt hatten, ehe die Süßigkeiten in ihrem Mund unauffindbar verschwunden waren. Und dass ein Hula-Hoop-Reifen gleich in sechsfacher Ausführung um die Hüfte kreist, hat man so oft auch noch nicht gesehen.

Mutige Jungs benutzten ein Trampolin als Sprungbrett, um mit einem weiten Satz durch einen Reifen zu hechten. Da benötigte ein Plüschlöwe schon einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten, um Gleiches zustande zu bringen.

Buchstäblich als Hochstapler präsentierten sich Trapez-Akrobaten, indem in schwindelnder Höhe einer dem anderen auf die Schulter stieg. Apropos Trapez: Als Solistin hatte eingangs auch Caroline Mühr dieses Gerät bevorzugt, indem die Leiterin der Grundschule in der Manier einer Helene Fischer unter dem Sternenhimmel des Zeltdachs schwebte, um die Zuschauer willkommen zu heißen. Nach 90 höchst unterhaltsamen Minuten gab es für die kleinen Künstler verdienten und lang anhaltenden Beifall. In das Zirkusprojekt waren alle rund 300 Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren eingebunden. Und eins scheint sicher zu sein: Wenn sie im regulären Unterricht so aufmerksam und fleißig mitmachen, wie sie die Nummern eingeübt haben, machen sie ihre Schule mit links. In siebter Generation wird der Projektzirkus aktuell von Sylvia Kaselowsky und Marcello Maatz geleitet. Zum fünften Mal in Bad Sooden-Allendorf, ist Bellissimo in Schloss Schulte-Stukenbrock zu Hause, einer 27 000-Einwohner-Stadt 20 Kilometer südöstlich von Bielefeld. (Chris Cortis)

Akrobatische Hochstapler: Der eine steigt dem anderen Trapezkünstler auf die Schultern.
Akrobatische Hochstapler: Der eine steigt dem anderen Trapezkünstler auf die Schultern. © Chris Cortis

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