Krebsnachsorge-Klinik erweitert Reha-Angebot

Neue Aufgaben: Bisher eine rein onkologische, also Krebsnachsorge-Kinik, hat das „Sonnenberg“-Haus an der Hardtstraße in Sooden jetzt auch eine neurologische Reha-Abteilung. Fotos: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Die Sonnenberg-Klinik in Sooden, als Krebsnachsorge-Klink hoch angesehen über die Grenzen Deutschlands hinaus, hat ein zweites Standbein. Nach über einjähriger Bauphase wurde die Abteilung für neurologische Rehabilitation eröffnet.

In das zur Wicker-Gruppe (Bad Wildungen) gehörige Haus flossen Investitionen von rund vier Millionen Euro mit dem schönen Nebeneffekt von 20 neuen Arbeitsplätzen, teilten Verwaltungsleiter Dirk Vlote, Chefarzt Richard Töpfer und Klinikreferentin Elke Tente auf einer Pressekonferenz mit.

Das soll aber nur der Anfang sein, sagte der 46-jährige Chefarzt. In dieser Startphase mit 30 Betten sei das Fachpersonal - neben drei Ärzten Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen - auf eben diese Kapazität zugeschnitten. Operativ und räumlich umfasst die neue Abteilung aber schon jetzt 78 Betten, sodass bei steigender Auslastung die Arbeitsplätze weiter aufgestockt würden.

Hier ist die Physiotherapie zu Hause: Verwaltungsleiter Dirk Vlote (von links), Chefarzt Richard Töpfer und Klinikreferentin Elke Tente freuen sich über neue Fitmach-Geräte.

Rehabilitativ behandelt werden neurologische und neurochirurgische Erkrankungen. Dabei handelt es sich insbesondere um Patienten mit - wie der Mediziner sagt - Zustand nach Schlaganfall, Operationen am Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven. Multiple Sklerose, Parkinson und Polyneuropathien sind weitere Indikationen. Für Patienten der sogenannten Phase D, die noch weitgehend selbstständig sind, stehen 62 Betten zur Verfügung. Schwer betroffene Patienten der Phase C haben einen höheren Pflegebedarf und benötigen laut Töpfer viele Einzeltherapien.

Die hohen Investitionskosten beziehen sich vornehmlich auf Um- und Erweiterungsbauten, Modernisierungsarbeiten und neue medizin-therapeutische Technik. Aus 32 wurden beispielsweise 16 Einzelzimmer gemacht, um sich mit dem Rollstuhl bequem bewegen zu können. Die Nasszellen in diesen Räumen mit einem Wert von je einem Mittelklassewagen verfügen über hochmoderne Technik. So kann man die Toilette per Knopfdruck mit Hand oder Fuß in der Höhe verstellen. Zu erwähnen sind weitere behindertengerechte Toiletten im Haus, ein „sprechender“ Personenfahrstuhl und in einem neuen Vorbau der Klink ein Lift, der Rollstuhlfahrer nach wenigen Metern direkt vom Parkplatz ins siebenstöckige Haus bringt.

Mit der neurologischen Rehabilitation will die Wicker-Gruppe nach eigenen Angaben den regionalen Versorgungsbedarf am Standort Bad Sooden-Allendorf abdecken und hat dabei Patienten in einem Umkreis von etwa 150 Kliometern im Auge. Die Abteilung versteht sich auch als Ergänzung zur benachbarten Klinik Hoher Meißner, die in der Neurologie 130 fast ständig ausgebuchte Betten umfasst und ihren Schwerpunkt auf neuromuskuläre Erkrankungen legt. Dabei nutzen die beiden Häuser mit einem ganzheitlichen Therapieansatz auch positive Effekte der Zusammenarbeit.

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