Neues Leben für Sperrmüll

Der "Kunstklempner": Gerd Burhenne macht aus Schrott Figuren und Laternen

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Mit dem Schweißgerät kennt er sich aus: Gerd Burhenne an seiner Werkbank in Ellershausen.

Auch alte Federn und Schrauben können noch eine schöne Aufgabe bekommen: Gerd Burhenne aus Ellershausen macht daraus Kunstwerke. Wir erklären, wie es dazu kam.

Seinen Spitznamen hat er weg, seit vor Kurzem ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks bei ihm aufkreuzte, um den Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ellershausen als „dolles Dorf“ einem breiten Publikum im Fernsehen zu präsentieren. Seitdem ist Gerd Burhenne der „Kunstklempner“ von Ellershausen.

Aus Schrott und allerlei Dingen, die er im Sperrmüll findet, fertigt der 64-Jährige Fantasiefiguren oder Laternen an und lässt in Verbundenheit zu den Brandschützern gern auch metallene Feuerwehrmänner im Kleinformat oder in Überlebensgröße entstehen.

Spaziergänger, die sein 5000 Quadratmeter großes Grundstück passieren, bleiben oft staunend stehen und zücken den Fotoapparat, um die Kunstwerke, die in einer Art Freilichtausstellung die Grünfläche des Vorgartens in Beschlag nehmen, als Erinnerung mit nach Hause zu tragen.

Quasi als Vorbereitung auf seinen Ruhestand hat Burhenne, der seit sieben Monaten in Rente ist, erst im vergangenen Jahr mit dem ungewöhnlichen Hobby begonnen.

Zugute kam ihm dabei sein erlernter Beruf: Er ist Klempner und Installateur und arbeitete 16 Jahre lang für die Firma Walter Ebel in Witzenhausen. Mit Dachrinnen und Regenrohren hatte er es da zu tun oder musste Schornsteine abdichten. So sehr er Gefallen hatte an der Arbeit in frischer Luft, so sehr setzten ihm allerdings auch Wind und Wetter zu. Deshalb wechselte er aus gesundheitlichen Gründen zu einem Arbeitsplatz mit einem Dach über dem Kopf und wurde Haushandwerker in einer Klinik in Sooden: „33 Jahre, in denen ich viel dazugelernt habe und eigenständig arbeiten konnte.“

Bis vor fünf Jahren lebte Gerd Burhenne mit seiner Frau Ingrid noch in Allendorf, ehe beide ihr Eigenheim der Tochter Franziska vermachten und in das Elternhaus Ingrids nach Ellershausen zogen.

Auf dem großen Grundstück kann sich der 64-Jährige so richtig austoben. Ein Nebengebäude wurde flugs zu einer inzwischen bestens ausgestatteten Werkstatt umfunktioniert.

Nicht täglich, aber oft verbringt der Kunstklempner dort die Zeit, um mit Bohrmaschine, Hammer, Meißel, Schweißgerät und Lötkolben zu hantieren. Bis zu zwanzig Stunden benötigt er, um seine Kreativität in Handfestes umzusetzen.

Inzwischen hat Burhenne auch angefangen, mit Holz zu arbeiten. So wurde pünktlich zum großen Fest aus einem ausgemusterten Eichenbalken ein Weihnachtsengel. Und den geräumigen Stall, in dem der Schwiegervater einst 40 Kühe versorgte, staffierte der passionierte Handwerker in jahrelanger Arbeit aus zu einer Heimat- und Bauernstube mit hunderten Gegenständen von anno dazumal. Burhenne: „Mir liegt viel daran, das Alte zu erhalten.“

Die zweite große Leidenschaft des Rentners ist schon von früh auf das Wandern. Dabei nimmt er nicht nur die heimatlichen Gefilde unter die Füße, sondern ist auch schon 1000 Kilometer auf dem Jakobsweg gepilgert.

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