Inhaber Eymer nennt wirtschaftliche Gründe für den Schritt

Kurpark-Hotel Bad Sooden-Allendorf soll zur Seniorenresidenz werden

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Ihre fliegenden Elefanten stehen für Optimismus: Ekkehart Eymer und Ehefrau Anke sind guter Dinge, aus dem Hotel im Kurpark Bad Sooden-Allendorf eine florierende Seniorenresidenz mit extra Hotelzimmern zu machen. Das Thema „Lindner“ ist passé.  

Bad Sooden-Allendorf. Aus dem Kurpark-Hotel in Bad Sooden-Allendorf soll tatsächlich eine Seniorenresidenz werden. Entsprechende Gerüchte bestätigte Eigentümer Konsul Ekkehart Eymer am Freitag.

Der Hotelbetrieb solle zunächst weiterlaufen, alle festen Buchungen würden erfüllt. Die ersten Residenz-Zimmer könnten bereits ab Oktober bezogen werden, wünscht sich Eymer. Man wolle einen Teil der 89 Zimmer für betreute Reisen für Senioren vorhalten, der Rest des Gebäudes soll dauerhaft von wohlhabenden Senioren aus ganz Deutschland bewohnt werden.

Grund für den überraschenden Wechsel ist laut Eymer die wirtschaftliche Situation des Hotels. Sein Schritt, Ende 2016 die Lindner Hotels ins Boot zu holen, sei sein letzter Versuch gewesen, das Hotel wieder in die Gewinnzone zu bringen. Lindner habe das Hotel weder gekauft noch gepachtet, sondern sei von Eymer als „Geschäftsbesorger“ engagiert und bezahlt worden – also als Dienstleister, der sich das Tagesgeschäft im Hotel kümmert. Das finanzielle Risiko habe Eymer weiter getragen.

Jetzt habe er erkennen müssen, dass sich trotz einer anfänglichen Investition von 13 Millionen Euro in Bad Sooden-Allendorf ein Vier-Sterne-Hotel offenbar nicht gewinnbringend betreiben lasse. „Ich habe es zehn Jahre probiert, jetzt muss ich Konsequenzen ziehen“, sagt Eymer. Die Option, das Hotel in Seniorenwohnungen umzuwandeln, sei ihm bereits 2006 von Bürgermeister Gundlach gewährt worden, der Neubau sei damals schon entsprechend gestaltet worden.

Von wem die Initiative ausging, die Kooperation aufzukündigen, verraten die Beteiligten nicht. „Die Lindner Hotels AG und die Kurpark Hotel KG haben die Zusammenarbeit einvernehmlich zum 30. Juni aufgelöst“, heißt es in einer abgestimmten Stellungnahme vom Mittwoch. Darin dankt der neue Geschäftsführer Jens Schütz, der auch Verwaltungsleiter der Balzerborn Kliniken ist, Hoteldirektorin Ulrike Schmitz-Delgado und ihrem Team „für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung in schwieriger Zeit“.

Die rund 25 Mitarbeiter des Hotels wurden laut Eymer am 29. Juni informiert. Vier Mitarbeiter werden im Lindner-Konzern bleiben, bestätigt eine Lindner-Sprecherin, die keine weiteren Aussagen zum Kurpark-Hotel mehr machen will. Die verbliebenen Mitarbeiter sollen von Eymer weiterbeschäftigt werden und das neue Projekt „Kurpark Hotel und Residenz“ mit aufziehen.

Das Angebot richtet sich an begüterte Senioren, die neben einer Wohnung weiteren Service wollen. Eine Konkurrenz zu den heimischen Seniorenheimen solle das nicht werden. Eymer schätzt, dass noch 300 000 Euro in die Anlage investiert werden müssen. Er kündigt eine „Zusammenarbeit mit großen Einrichtungsträgern an“, Namen nennt er mit Verweis auf laufende Gespräche noch keine. Seine Idee: Anbieter von Betreutem Wohnen offerieren ihren Kunden auch betreute Urlaube – in Bad Sooden-Allendorf. 

Was Bürgermeister Frank Hix zu der Situation und der Vertragslage zwischen Eymer und der Badestadt sagt, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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