Von Kopfbedeckung bis Schuhwerk

Lebenshilfe für Jedermann: Schultrakt in Bad Sooden-Allendorf ist jetzt soziales Zentrum

Machen gemeinsame Sache: der Sozialkreis und das DRK Bad Sooden-Allendorf - hier in der Stöberstube die Kundinnen Hana Late (von links) und Felicia Antal sowie Ingrid Bohn, Edith Colberg und Wolfgang Frühauf.
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Machen gemeinsame Sache: der Sozialkreis und das DRK Bad Sooden-Allendorf - hier in der Stöberstube die Kundinnen Hana Late (von links) und Felicia Antal sowie Ingrid Bohn, Edith Colberg und Wolfgang Frühauf.

Zu einem sozialen Zentrum gemausert hat sich im unteren Teil der Badestädter Rhenanus-Schule ein Gebäudetrakt, in dem praktische Lebenshilfe für Jedermann angeboten wird.

Bad Sooden-Allendorf – Der örtliche Sozialkreis hatte vor vier Jahren den Grundstein gelegt, der Kreis überließ ihm großzügige Räumlichkeiten, um dort eine Kleiderkammer einzurichten für Menschen unterschiedlicher Nationalität. Sie waren vor Terror, Gewalt und Verfolgung aus ihren Heimatländern geflohen und mit nur wenigen Habseligkeiten auch in der nordhessischen Kurstadt gestrandet. Längst können sich auch bedürftige Einheimische gegen einen geringen Obolus mit dem Nötigsten eindecken.

Seit Monatsanfang wird das kleine Warenhaus auch vom DRK-Ortsverband Bad Sooden-Allendorf bestückt. Von der Kopfbedeckung bis zum Schuhwerk ist dort alles zu haben.

Seit weit mehr als 40 Jahren hatten die Rotkreuzler unter der Regie von Christa Geibel eine eigene Kleiderkammer betrieben, zuletzt auf gerade mal zwölf Quadratmetern in den Räumen des städtischen Seniorentreffpunktes inmitten der Allendorfer Altstadt. Durch den Umzug an den südlichen Ortsrand werde möglicherweise auch die Schwellenangst genommen, hoffte Frühauf.

In der 60 Quadratmeter großen „Stöberstube“, die mit ihren prall gefüllten Regalen jeden Mittwoch ab 15.30 Uhr geöffnet ist, bedienen ehrenamtlich Ingrid Bohn und ihr Team die ständig wachsende Kundschaft. Weitere 30 Quadratmeter nutzt der Sozialkreis als zwei Lagerräume. Und wer sich zwischen Schauen und Shoppen eine kleine Pause gönnen möchte, ist im Café International gut aufgehoben, das über wenige Stufen zu erreichen ist.

Das sei aber noch längst nicht alles, schwärmt die Vorsitzende des Sozialkreises, Helga Finger, von diesem, wie sie sagt, „Luxus“. Neben der Nachbarschaftshilfe, die Silvia Groß dort organisiert, kümmert sich der Verein dann auch um die sozialen Sorgen und Nöte der einheimischen Bevölkerung. Für die geflohenen Neubürger übernimmt diese Aufgabe jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat zwischen 16 und 18 Uhr die Diplom-Sozialpädagogin Stefanie Vöckler (Witzenhausen), die beim Kreis dem Stab Migration angehört.

Ebenfalls in der Kirschenstadt zu Hause ist die Wohnberaterin der Arbeiterwohlfahrt, Marina Bode, die zur selben Zeit an jedem zweiten Mittwoch im Monat Probleme in allen Angelegenheiten des Wohnens zu lösen versucht. Mit beiden können Termine auch frei vereinbart werden.

Als stellvertretender Kreisvorsitzender des DRK überraschte am Mittwoch Wolfgang Frühauf den Sozialkreis mit Kartons voller Hygieneartikel: Seife, Shampoos, Zahnpasta und Waschmittel. Finanziert hatte diese Spenden der Corona-Nothilfefonds Berlin, der dem Kreisverband dafür 2000 Euro zur Verfügung gestellt hatte.

Nach wie vor jeden Donnerstag werden wegen der Coronakrise die Bedürftigen in der Stadt vom DRK mit Lebensmitteln versorgt. Dafür hatte der Sozialkreis über die Aktion Mensch über 40 000 Euro inklusive eines vierstelligen Eigenbetrags locker gemacht.

„Ein gut zusammengewachsenes Netzwerk“, urteilen unisono Finger und Frühauf. (Chris Cortis)

Info und Kontakt: Sozialkreis: 0163/3 37 59 51; Stefanie Vöckler: 0160/95 96 85 35; Marina Bode: 0151/65 22 80 80

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