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Mitarbeiter einer Reha-Klinik in Bad Sooden-Allendorf warten seit Wochen auf ihren Lohn

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Von: Stefan Forbert

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Eingangsbereich der Balzerborn-Klinik in Bad Sooden-Allendorf mit einem roten Großkunstwerk
In Schieflage? In der Balzerborn-Klinik in Bad Sooden-Allendorf – das Foto zeigt den Eingangsbereich – wartet zumindest ein Teil des Personals seit Wochen auf den Lohn. Deshalb hat es schon Kündigungen gegeben. © Stefan Forbert

Die Balzerborn-Kliniken in Bad Sooden-Allendorf stecken in Folge der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen in finanziellen Nöten. Darauf deutet hin, dass die Löhne und Gehälter nicht rechtzeitig gezahlt werden – zumindest nicht an alle der rund 100 Mitarbeiter. Und es scheint ernster zu werden.

Bad Sooden-Allendorf –  Im August hatte Mitgesellschafter Dr. Burkhart Eymer, der als Direktor die Geschäfte des Gesundheitszentrums Balzerborn vor Ort führt, auf Anfrage noch auf eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat verwiesen, wonach während der Corona-Zeit Abschlagszahlungen geleistet würden. Doch ab September, so Eymer damals, werde pünktlich bezahlt.

Dem ist bislang immer noch nicht so. Das beklagen Angestellte gegenüber unserer Zeitung noch immer. Im Gegenteil, mittlerweile warteten zumindest einige der Beschäftigten länger als im Sommer auf ihren Lohn. Ende voriger Woche hatten sie nach eigenen Angaben noch Ausstände von September und Oktober.

Bei den Betroffenen handele es sich nur noch um „ganz vereinzelte Sonderfälle“, sagte Dr. Eymer dazu auf Anfrage, der in dem Zusammenhang von einer „kleinen Gruppe mit schwierigen Mitarbeitern“ sprach. „Wir sind noch nie einem Mitarbeiter Geld schuldig geblieben“, sagte er. Und er garantiere, dass Löhne und Gehälter „ab dem 30. November pünktlich und in voller Höhe“ gezahlt würden.

Zur wirtschaftlichen Situation sagte Eymer jetzt: „Wir wollen und werden die Klinik weiterführen“. Wie schon im August verwies er auf die „intensive Suche nach einem Partner“, einer Kette, mit dem man die Klinik weiterentwickeln und ausbauen wolle. Erste Gespräche mit möglichen Interessenten seien bereits geführt worden.

Ziel sei nach der Phase der bekanntermaßen geringeren Belegung bei der Orthopädischen Reha über den Jahreswechsel, ab Februar eine maximale Bettenauslastung auf allen Stationen zu erreichen. Das Personal dafür sei derzeit „in der Beschaffung“.

Außer mit dem Belegungsloch rechnet Eymer explizit im Dezember und Januar mit Verlusten „auch wegen der explodierenden Gaspreise“. Aus diesem Grund wollten die Gesellschafter der Klinik-GmbH, konkret sein Vater Ekkehart Eymer und er, noch in diesem Monat das Stammkapital um bis zu eine Million Euro aufstocken. Das seien eineinhalb Monatsumsätze und rund 25 Prozent vom Gesamtkapital. Dr. Eymer: „Diese Mittel sollen uns über den Winter bringen.“

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