Urgestein der SPD Werra-Meißner beklagt Kurs der Bundespartei seit 2013

Lothar Seeger gibt sein Parteibuch zurück

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Bekennender Gegner der Großen Koalition in Berlin: Lothar Seeger (62) hat sein SPD-Parteibuch nach 40 Jahren zurückgegeben. 

Dudenrode. Anfang des Jahres noch wurde ihm die Willy-Brand-Medaille, die höchste Auszeichnung der SPD, verliehen, jetzt hat er sein Parteibuch zurückgegeben: Lothar Seeger, der mit mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft, 25 Jahren Kommunalpolitik in Bad Sooden-Allendorf sowie über 30 Jahren im Kreistag Werra-Meißner und der Regionalversammlung Nordhessen mit zum Teil bedeutsamen Funktionen als ein Urgestein der regionalen Sozialdemokratie bezeichnet werden kann.

Der 62-Jährige begründet seinen Schritt, der ihm „sehr schwergefallen“ sei, gegenüber dem SPD-Unterbezirk in einem zweiseitigen Brief, der er auch öffentlich gemacht hat.

Danach vermisst Lothar Seeger eine Erneuerung der SPD und beklagt insbesondere den Kurs der Partei, „die sich nicht mehr vor allem für die sozialen Belage der Menschen einsetzt und stattdessen sich mit einem neoliberalen System abfindet“. Er sei 1978 in die SPD eintrat mit dem Willen, mitzuhelfen, „die Welt gerechter zu machen“. Doch nur „wer den immensen Reichtum im Land antastet, kann die solidarische Mitte stärken und nur wer die Sanktionen für Hartz IV endlich aufhebt und soziale Garantien und gute Arbeit in Angriff nimmt, macht wirklich gerechte Politik“, schreibt der bekennende Gegner einer Großen Koalition im Bund. Den Kurs der Partei seit 2013 könne er „nicht mehr mitvertreten“.

Auch mit seiner Unzufriedenheit an der SPD-Kreistagsfraktion hält der im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Dudenrode lebende 62-Jährige nicht hinter dem Berg: Zum Schluss – er gehörte bis 2016 dem Kreisparlament an – habe „die Meinung der ,Honorationen’ der SPD wie Dieter Brosey und Wolfgang Kistner“ zu den Erneuerbaren Energien mehr gegolten als seine durch langjährige Beschäftigung mit dem Thema gewachsene Kompetenz, schreibt der Windkraft-Befürworter.

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