Mit der Werra fing es an

Bürgermeister Frank Hix (CDU) will in die dritte Runde als Rathauschef

Frank Hix ist seit zwölf Jahren Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf. In der kommenden Legislaturperiode möchte er einige Projekte zu Ende bringen.
+
Frank Hix ist seit zwölf Jahren Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf. In der kommenden Legislaturperiode möchte er einige Projekte zu Ende bringen.

Drei Kandidaten bewerben sich am 14. März um das Bürgermeisteramt in Bad Sooden-Allendorf. Wegen der Corona-Pandemie haben wir sie nicht zuhause, sondern zu einem Spaziergang getroffen. Heute: Bürgermeister Frank Hix.

Bad Sooden-Allendorf – Die Werra ist es, die Frank Hix in die Politik gebracht hat – und auch in der Freizeit spielt der Fluss, der Bad Sooden und Allendorf teilt, eine große Rolle für ihn. Daher geht der Spaziergang auch in die Werra-Auen.

Hier fing sein politisches Engagement an, berichtet Hix, der seit 12 Jahren als Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkt. Durch die Werraversalzung sei er zur Politik gekommen – 15 Jahre sei ihm dies nun schon ein Anliegen, erst als Sprecher einer Bürgerinitiative, nun als Bürgermeister. Generell sei sein Interesse an der Natur schon während seiner Zeit als Pfadfinder der DPSG entstanden. Nun sei diese nicht nur durch die Werraversalzung, sondern auch durch Suedlink gefährdet.

Zur Person

Frank Hix (54) wuchs im Stadtteil Allendorf auf. Er spielte Querflöte beim Spielmannszug der Feuerwehr und war Pfadfinder. Zudem spielte er Fußball und Handball in der TG Bad Sooden-Allendorf. Nach dem Abitur im Jahr 1986 an den Beruflichen Schulen Eschwege ließ er sich ein Jahr bei der Polizei und zwei Jahre als Reserve-Offizier ausbilden. Danach folgte das Jura-Studium in Würzburg und Gießen. Ab 1999 arbeitete er als Rechtsanwalt in der Badestadt. Für die CDU saß Hix ab 2001 im Stadtparlament, die letzten zwei Jahre als Fraktions-Chef, bevor er 2009 Bürgermeister wurde. Hix ist verheiratet und hat zwei Söhne. (nde)

Aber Hix ist ja nicht nur Bürgermeister. Was macht er gerne außerhalb der Arbeit? „Momentan unternehme ich viel mit den Kindern und der Familie“, berichtet er – dazu gehört Wandern und Spielen mit dem 16 Jahre alten Hund „Lucky“ ebenso wie Spaziergänge entlang der Werra. Und er versucht, Kraftsport zu betreiben und zu joggen. Auch die Imkerei hat Hix vor zwei bis drei Jahren für sich entdeckt und in die Jugendhilfe integriert, in der er sich engagiert.

Privat hat sich für Hix viel verändert während der vergangenen Legislaturperiode. Sohn Maximus wuchs auf und wird im kommenden Monat sieben Jahre alt und Sohn Arcadius wurde geboren und ist heute zwei. Neben einem bunteren Leben hat das auch seinen Blick auf die Stadt nochmals verändert, berichtet er – etwa auf die Spielplätze. Und der politische Fokus gehe mehr in Richtung Kitas und Schule. „Man schaut mit den Augen von Eltern.“

Wobei, egal ob beim Einkaufen oder an anderen Orten der Stadt, Hix wird schon immer als Bürgermeister wahrgenommen, sagt er. Dafür sorgt er auch selbst, indem er in den sozialen Internet-Medien wie Facebook, Instagram und Youtube aktiv ist. Gerade im vergangenen Jahr habe er dies intensiv genutzt, um mit den Menschen in Kontakt zu sein.

Und den Bürgermeister mit nach Hause zu nehmen, lasse sich auch nicht ganz vermeiden, sagt er. Gerade wenn es um entscheidende oder strittige Themen geht, wie den Schutzschirm-Maßnahmen oder der Pferdesteuer, bei der Anfeindungen und Bedrohungen kamen. „Ich habe aber einen Weg gefunden, dies nicht zu sehr an mich ranzulassen“, sagt Hix. Und: „Aber das gehört zum Geschäft dazu.“

Warum möchte er für eine dritte Legislaturperiode antreten? Zuerst einmal seien die vergangenen Jahre kein Zuckerschlecken gewesen, sagt Hix und zählt nur einige Herausforderungen, wie Finanzkrise, Schutzschirm, Hochwasser und Flüchtlingswelle auf. Er habe viel mit den Mitbürgern durchgemacht. „Und jetzt gibt es auch noch Corona.“ Viele Projekte seien zudem angeschoben worden, wie die lebendigen Zentren, der Stadtumbau, die Suedlink-Klage und gerade laufe der Neu-Antrag für das Prädikat als Hessisches Heilbad. Alles Projekte, die Hix noch fortführen möchte.

Gut laufe in Bad Sooden-Allendorf seiner Meinung nach alles, was soziale Unterstützung angeht. Es gebe viele Angebote für alle Altersstufen. Zudem gebe es eine große Nachfrage nach Bauplätzen. Unternehmen siedeln sich an und schaffen Arbeitsplätze und wenn Corona nicht gekommen wäre, hätte die Stadt einen positiven Haushalt gehabt.

Nicht so gut gefallen ihm Menschen, die nur reden, sich aber nicht ehrenamtlich engagieren. Dies merke man verstärkt zu Corona-Zeiten – zum Beispiel an Mitbürgern, die sich nicht an die Regeln halten.

Und wenn die Wiederwahl nicht klappt? „Ich denke nicht soweit“, sagt Hix. Aber langweilig würde ihm nicht werden. Er könnte als Fachanwalt für Arbeitsrecht arbeiten und würde sich stärker für Kinder und Jugendliche engagieren. „Ich würde sicher nicht in ein Loch fallen.“ (nde)

KANDIDATEN KURZ UND KNAPP

1. Nachhaltigkeit … heißt für mich, Entscheidungen nicht nur für den Moment zu treffen, sondern mit Blick auf eine gute Zukunft für unsere Kinder.

2. Das Erntefest in Bad Sooden-Allendorf … ist Heimat pur und die Verbindung von Tradition und Weltoffenheit.

3. Die kleinen, dörflichen Stadtteile von Bad Sooden-Allendorf ... sind der Beweis dafür, wie attraktiv ländliches Leben sein kann, sollten aber noch stärker in ihren speziellen Anforderungen berücksichtigt werden.

4. Die Kliniken in Bad Sooden-Allendorf … sind bedeutender Wirtschaftsfaktor mit großer Strahlkraft über die Region hinaus.

5. Das habe ich aus der Corona-Pandemie gelernt: Sie hat mir gezeigt, wie zerbrechlich Gesellschaften sind, aber auch, welche Kräfte solidarische Gemeinschaften entfalten können.

6. Diese Marotte würde ich mir gerne abgewöhnen: Den Versuch, es allen recht zu machen.

7. Als Lesestoff hat mich in letzter Zeit besonders beeindruckt: Der Artikel zu den Herausforderungen des neuen Präsidenten der USA, Biden, ein gespaltenes Volk wieder zu vereinen.

8. Mit diesen Eigenschaften würden mich meine besten Freunde beschreiben: Emphatisch, ehrlich und zuverlässig.

9. Wenn ich für einen Tag Bundeskanzler wäre, würde ich … mich mit meinem Kabinett abstimmen, denn Politik ist kein Geschäft für einen Tag und Entscheidungen werden nicht per Dekret getroffen.

10. Die Bürgermeisterwahl wäre für mich ein Erfolg, wenn ... ich im Amt bestätigt würde und die erfolgreiche Arbeit im Team weiterführen könnte. (nde)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.