Sie helfen den Bienen

Unternehmen aus Bad Sooden-Allendorf: Wie Bienenwachs mit Qualität hergestellt wird

Bad Sooden-Allendorf. Andreas Albrecht und Frank Köhne haben sich vor gut einem Jahr selbstständig gemacht und ihr eigenes Unternehmen gegründet: die Mittelwandmanufaktur Köhne und Albrecht in Bad Sooden-Allendorf. 

In der hundert Quadratmeter großen Halle duftet es nach frischem Wachs. „Riechen Sie es?“, fragt Köhne. „Ist doch toll, oder?“ Nebenan gibt es einen Brennholzhandel und Abstellkammern. 

Die ehemalige Fabrik wurde in kleine Parzellen aufgeteilt. Köhne hat zusammen mit Andreas Albrecht einen Teil gemietet.

Sie leiten die Mittelwandmanufaktur Köhne und Albrecht GbR. Und das seit einem Jahr. Ihr eigenes Unternehmen. Eigentlich arbeitet Köhne unter der Woche in einem Ingenieurbüro und eigentlich ist Albrecht als Lebensmittelkontrolleur im Landkreis unterwegs.

Aber sie sind auch Hobby-Imker und das ist für sie eine Verbindung zu etwas Größerem, Sinnstiftendem. Jetzt sind sie Unternehmer. Warum?

Skandal um Bienenwachs

„Aufgrund eines Skandals im letzten Jahr um gepanschten Bienenwachs, der aus China bezogen wurde, zwar zu sehr günstigen Preisen, aber in schlechter Qualität und schadstoffbelastet“, sagt Köhne. 

„Das Thema Reinheit ist unter den Imkern sehr in Vordergrund gerückt“, ergänzt der 48-Jährige Albrecht.

Köhne und Albrecht wollten Transparenz. Deshalb haben sie die Mittelwandmanufaktur gegründet. Kennen tun sich die beiden schon länger. Köhne hatte die Idee und zusammen haben sie sie umgesetzt. Eine kleine Erfolgsgeschichte. Allerdings mussten sie erst einmal investieren. In ihre vollautomatische Kunstwabenmaschine. 

50 000 Euro Investitionen

„Rund 50 000 Euro waren das“, sagt Köhne. Immer samstags stehen sie in ihrer Halle. Dann ist Arbeitstag, wenn die Imker kommen und das Wachs bringen. Früh morgens geht es los.

„Es kann auch schon mal spät werden“, sagt Albrecht. Je nachdem, wie viel Wachs geliefert wird. Sie arbeiten mit fünf Schmelzkesseln, in denen unterschiedlich große Mengen verarbeitet werden können. „Bisher haben wir rund vier Tonnen verarbeitet“, sagt Köhne. 

Ihr Geschäft läuft gut. Die Leute wissen es zu schätzen. Sie können nämlich während des ganzen Prozesses dabei sein.

„Wir wollen Transparenz und bieten sie auch“, sagt Köhne. Das ist ihnen wichtig. Die Nachfrage sei zudem da. Und biozertifiziert sind sie auch. „In Hessen kenne ich keinen Betrieb, der so etwas anbietet“, sagt Köhne. 

Generell gäbe es in Deutschland nur wenige. Auch wenn bei dem neuen Geschäft noch nicht so viel übrig bleibt wie auf ihren anderen Lohnzetteln, so empfinden sie ihre Tätigkeit bereichernd. „Es muss sich ja auch was verändern. Wir haben den ersten Schritt gemacht“, sagt Köhne. 

Hintergrund: Mittelwände als Hilfsmittel für Bienen

Imker verwenden Mittelwände als Hilfsmittel für ihre Bienen. Eingebaut in Bienenstöcke dienen die Wände den Bienen als Grundlage für den Wabenbau. In den Waben lagern die Insekten Pollen und Honig ein oder nutzen sie für die Aufzucht ihrer Brut. 

Dabei liefern die Imker ihr an der Sonne geschmolzenes und wieder erkaltetes Wachs aus den eigenen Bienenstöcken in Eimern oder manchmal auch in Kuchenformen an. Es wird gewogen, erneut erhitzt, gründlich gereinigt, sterilisiert und wieder zu Wachsplatten gegossen.

Der Imker bekommt also sein eigenes Wachs in reiner Form zurück und kann es wieder verwenden. Abgerechnet wird nach dem angelieferten Gewicht. Es gibt keine Mindestmengen, aber zehn Kilogramm sollten es schon sein, sagt Köhne. In der Regel werden Platten im deutschen Normmaß von 34 mal 20 Zentimeter produziert.

Rubriklistenbild: © Henry Valentin

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