Stück um Liebe und Macht

Nabucco riss alle mit - 600 Besucher feierten in Bad Sooden-Allendorf Verdis Oper

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Szene aus Verdis Oper: Odric Kriz (von links) als Hohepriester, Nikolaj Nekrassov als Nabucco und Dana St’astná als dessen Tochter Fenena. 

Bad Sooden-Allendorf. Eine Sternstunde erlebte Bad Sooden-Allendorf am Sonntagabend mit der Aufführung der weltberühmten Oper Nabucco aus der Feder von Giuseppe Verdi.

Knapp 600 Besucher feierten das Ensemble der Festspieloper Prag im historischen Ambiente des Landivisiau-Parkes unter der Leitung von Generalmusikdirektor Martin Doubravsk für einen akustischen und optischen Genuss der Extraklasse. Ausgezeichnete Gesangssolisten, Chorsänger und Orchestermusiker, dazu die mal farbenprächtigen, mal tristen Kostüme machten die zweieinhalbstündige Aufführung zu dem, was der Veranstalter versprochen hatte: einem Klassik-Open-Air-Highlight.

Probleme bekommen, der dramatischen Handlung um Liebe und Macht zu folgen, konnte nur haben, wer erstmals mit Nabucco in Berührung kam und der italienischen Sprache nicht mächtig ist, wie sie als Originalton für das Meisterwerk Verdis verwendet wurde.

In der Geschichte aus dem Alten Testament geht es im Kern um den Freiheitswillen des unterdrückten Volkes der Hebräer nach der Einnahme Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco). Darin eingeflochten ist eine Liebesgeschichte mit am Ende glücklichem und zugleich tragischem Ausgang. 

Parallelen zur Gegenwart

Gewisse Parallelen zur Gegenwart tun sich auf. Denn auch heute sieht sich Israel von vielen Seiten bedroht und lebt in einem ständigen Kampf um die eigene Freiheit. Die aufwühlende Handlung offenbarte große Gefühle, wie Liebe und Hass, Eifersucht und Verrat, Sehnsucht und Machtstreben, von den Akteuren glaubwürdig in Szene gesetzt.

Als herausragende Gesangssolisten brillierten dabei Jurij Kruglov als Hebräer-König Zaccharias und Nikolaj Nekrassov als Nabucco (beide Bass), ferner Josef Moravev als Ismaele (Tenor) sowie Dana St’asná als Nabuccos Tochter Fenena (Sopran) und Anna Todorová (Koloratursopran) als ihre Schwester Abigaille und zugleich Widersachern im Streit um die Liebe des Hebräers Ismaele.

Im dritten und vorletzten Akt wurden dann auch die Sehnsüchte des Publikums erfüllt: Bühne frei für den immer wieder zutiefst berührenden Gefangenenchor, eine fantastische Melodie, die – inbrünstig vorgetragen – rund um den Globus ihre Freunde hat.

Frau aus Kleinvach hatte Statistenrolle gewonnen

Im Chor entdeckten die Einheimischen auch ein vertrautes Gesicht: Ursel Friedl aus Kleinvach, von Hause aus Erzieherin im städtischen Kindergarten Werrawichtel und auch im Kostüm der Frau Holle bekannt, hatte bei einer Verlosung eine Statistenrolle gewonnen.

Wie sie war als Zuschauer auch Dr. Helmut Goldmann von der Aufführung begeistert: „Gesanglich super. Große Klasse. Und ein Imagegewinn für die Stadt.“ Bei einem Südtirol-Urlaub vor 25 Jahren hatte er unter 40 000 Zuschauern die Nabucco-Oper im Amphitheater von Verona schon einmal erlebt. 

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