Nur noch ein Fünftel

Nach Einsturz: Anlieger an Allendorfs Stadtmauer zahlen weniger Straßenbeiträge

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Abgerutscht: Die alte Stadtmauer zwischen Fischerstad und der Straße Hinter der Mauer in Allendorf hielt nicht mehr und wird jetzt wieder instandgesetzt.

Bad Sooden-Allendorf. Die Anlieger an Allendorfs Stadtmauer müssen nur noch ein Fünftel an Beiträgen zahlen.

Wäre das marode Stück Stadtmauer oberhalb des Fischerstads in Allendorf nicht vor drei Wochen abgerutscht, dann müssten die Eigentümer der Grundstücke an der Straße Hinter der Mauer, die noch zur ursprünglichen Altstadt gehört, demnächst fünfmal höhere Straßenbeiträge bezahlen.

Wäre nämlich die Mauer im nächsten Jahr wie beabsichtigt saniert worden, hätte der Straßenbeitrag nach Kostenschätzung des Ingenieurbüros bei rund 25 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche gelegen. Die von der Denkmalpflege favorisierte Art der Sanierung hätte zum Einbringen von Bohrpfählen geführt.

Nach dem Absturz des Mauerabschnitts ergibt sich ein Straßenbeitrag von 5,71 Euro pro Quadratmeter. So wurde es den Anliegern bei einer Informationsveranstaltung der Stadt erläutert. Dazu hatte Bürgermeister Frank Hix rund 50 Bürger im Hochzeitshaus begrüßt.

Nur die erforderliche Stützwand für die Straße Hinter der Mauer, die zur Sicherung des Hanges jetzt bereits in Bau ist, sei beitragspflichtig, erläuterte Hix. Der Wiederaufbau der historischen Stadtmauer in dem Bereich fließe nicht in den Straßenbeitrag ein. Nicht mehr, denn nur die Stützwand gehört, da sie zum Sichern der Straße dient, zur so genannten Verkehrseinrichtung Straße. Die Stadtmauer fällt jetzt aus der Berechnung, da sie künftig keine Stützfunktion mehr hat, sondern nur noch Verblendung ist.

Wie Bauamts-Chef Helmut Franke erläuterte, wurden die Kosten der jetzt erforderlichen Sanierung vom Ingenieurbüro Baugrund-Institut auf 250 000 Euro geschätzt. Der Anteil für die Betonstützwand liegt bei rund 108 000 Euro. Davon trägt die Stadt die Hälfte, die andere wird auf die Anlieger verteilt.

Außerdem wurde in der Veranstaltung auf die Kritik reagiert, dass der Einsturz der Mauer hätte verhindert werden können. Konkret ging es um die Erneuerung des Kanals in der Straße Hinter der Mauer 2014. Die Reihenfolge, dies vor der Sanierung der Stadtmauer vorzunehmen, sei bewusst gewählt worden, erklärte Helmut Franke. Und der Kanalbau sei unter genau definierten Vorgaben erfolgt. So sei bewusst Flüssigboden verwendet worden, um in dem Bereich Erschütterungen zu vermeiden.

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