Nach Munitionsfund am Diebesturm: Der Teich wird jetzt ausgeräumt

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Nach wie vor nicht gesperrt: Eine direkte Gefahr geht nach Ansicht der Stadt auf diesem Gelände am Diebesturm nicht aus, zumal der Rasen bislang sogar mit Großflächenmähern befahren wurde. Dennoch soll der ehemalige Löschteich demnächst sicherheitshalber ausgeräumt werden.

Bad Sooden-Allendorf. Nach dem Fund einer alten Granate im Dezember soll der ehemalige Löschteich im Schatten des Diebesturmes an der Waldisstraße nun komplett ausgeräumt werden.

Damit sollen sämtliche gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen werden. Das gab Bürgermeister Frank Hix (CDU) am Donnerstag in der Parlamentssitzung auf eine Anfrage der SPD bekannt.

Bei der Sondierung des über 2000 Quadratmeter großen Geländes, durch das zum Anlegen eines Matschspielplatzes direkt daneben ein Graben für die Wasserleitung gezogen werden soll, hatte eine auf Kampfmittelbeseitigung spezialisierte Firma zahlreiche „Anomalien“ entdeckt, wie Hix der HNA erläuterte. Genauere Aussagen seien den Experten nicht möglich, da mögliche Munition und alter Waffenschrott nach Anschüttung des Areals schon vor Jahrzehnten bis in vier Meter Tiefe liegen. Die entdeckte Granate lag einen Meter tief im Boden, allerdings am Rand des früheren Teiches.

Die Entscheidung, ob der alte Teich ausgeräumt werden sollte oder nicht, will weder das Regierungspräsidium, noch die Firma der Stadt abnehmen. Bürgermeister Hix, der verantwortlich ist, entschied daraufhin in Absprache mit seiner Ordnungsamtsleiterin Edith Müller, jegliche Gefahr ausschließen zu wollen. „Sicherheit steht an erster Stelle, da können wir nicht sparen“, sagt Hix.

Bislang hat die Stadt schon 1330 Euro für die Sondierung ausgegeben. Wie teuer die Räumung letztlich wird, ist noch unklar. Angebote werden vom Stadtbauamt derzeit noch eingeholt. Es besteht aber die Hoffnung, dass die Stadt dann nicht allein auf den Kosten sitzen bleibt. Entscheidend wird sein, erläutert Bauamtsleiter Helmut Franke, was ans Tageslicht geholt wird. Die Erstattung hängt von der Menge und Art der gefundenen Munition ab.

Werden Kampfmittel gefunden, sogt das Land für deren Abtransport und Vernichtung auf eigene Kosten. Und sollte es sich um ehemalige reichseigene Munition und Waffen handeln, könnte er Bund auch mit einspringen. Die entdeckte Granate, das ist wohl schon ermittelt, stammt von der deutschen Wehrmacht. Und nach dem Wissen von Gerhard Rademacher vom Verein für Heimatkunde haben manche Deutsche am Ende des Zweiten Weltkriegs, als die US-Amerikaner in die Stadt kamen, Gewehre, Granaten und Patronen schnell noch in den Teich hinter der Stadtmauer geworfen.

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