Ärger um Satirebeitrag im NDR

Satiremagazin Extra 3 nimmt Gehwegdebatte aus Bad Sooden-Allendorf aufs Korn

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In der Rubrik „realer Irrsinn“ veröffentlichte „Extra 3“ den Bericht über den Gehweg in Bad Sooden-Allendorf. Bürgermeister Frank Hix hätte sich gewünscht, dass der volle Umfang der Sachlage dargestellt wird.

„Der unsichtbare Gehweg in Bad Sooden“ – dieser Beitrag des politischen Satiremagazins „Extra 3 Spezial“ wurde am 22. Mai im NDR ausgestrahlt. Bürgermeister Hix wehrt sich.

Bad Sooden-Allendorf - Der „reale Irrsinn“ der Sendung „Extra 3“ zeigt jede Woche eine verrückte und skurrile Geschichte aus Deutschland. Bei der Spezialsendung im Mai war der Fall aus Bad Sooden-Allendorf von Gerhard Fischer dabei, dessen Gehweg vor dem Haus nicht ausgebaut wurde und er sich deshalb nun weigert, dafür Straßenbeiträge zu zahlen.

Der etwa zweiminütige Beitrag stieß bei Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix auf Unverständnis: Auf seiner Facebook-Seite weist er darauf hin, dass es sich um Satire handelt und macht deutlich, auf welche Fakten „Extra 3“ nicht eingegangen ist: Hix und Bauamtsleiter Helmut Franke, die beide in dem Beitrag zu sehen sind und zu Wort kommen, seien nicht informiert worden, dass die Dreharbeiten für „Extra 3“ stattfinden. Es sei eine Produktionsfirma da gewesen und man sei von einer seriösen Nachrichtensendung ausgegangen, so Hix auf Anfrage. Außerdem habe Franke viel erläutert, das sei alles herausgeschnitten worden.

Bürgermeister hätte sich eine vollumfängliche Berichterstattung gewünscht

„Im Beitrag sieht das etwa so aus, als ob Helmut Franke die Situation „schönreden“ wolle“, schreibt Hix auf Facebook. Er könne es nicht leiden, wenn seine Mitarbeiter schlecht dargestellt werden. Außerdem werde Fischer als Anwohner für den gesamten Gehweg zur Kasse gebeten und nicht nur für den Bürgersteig vor seinem Haus. Würde die Stadt das Geld nicht von ihm fordern, mache sie sich angreifbar und die restlichen Anwohner könnten sich beschweren oder sogar klagen – die Rechtslage ist laut Hix eindeutig. „Die rechtlichen Grundlagen hat der Satiresender überhaupt nicht dargestellt“, so Hix. Er hätte sich eine vollumfängliche Berichterstattung gewünscht.

Außerdem sei die Stadt im Guten mit Fischer auseinandergegangen. „Die Kommentare der Menschen im Internet sind völlig unreflektiert“, so Hix. Er und seine Mitarbeiter stünden immer für Gespräche zur Verfügung – Hix sagt, es ist ihm wichtig, „dass wir mehr miteinander als übereinander reden“.

Das ist der Eytra-3-Beitrag:

Das sagt die Extra-3-Redaktion

Die Extra-3-Redaktion teilt auf Anfrage mit, Hix habe sich bisher nicht mit ihr in Verbindung gesetzt. „Das widerspricht seinem im genannten Post geäußerten Wunsch, dass wir mehr miteinander als übereinander reden sollten. Möglicherweise hätten wir die Vorwürfe in einem persönlichen Gespräch direkt ausräumen können“, sagt NDR-Sprecherin Iris Bents. Die Fakten des Beitrags habe die Redaktion „nach bestem Wissen und Gewissen“ recherchiert. Auch nach erneuter Prüfung sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Sachverhalt richtig dargestellt wurde.

„Wir haben zudem an keiner Stelle im Film behauptet, dass die Stadt rechtswidrig handeln würde“, fügt Bents hinzu, sondern die absurden Auswirkungen von gesetzlichen Regelungen auf Bürger dargestellt. Es sei zudem keine Ausnahme, dass der NDR Drehmaterial in unterschiedlichen Fernsehformaten verwendet. In einem zweiminütigen Beitrag sei es nicht möglich, jedes Thema allumfassend darzustellen. Es gehört laut Bents jedoch zu den Aufgaben von Journalisten, zusammenzufassen und zu gewichten: „Darunter darf natürlich nicht der Wahrheitsgehalt der gesamten Geschichte leiden. Das war im genannten Beitrag auch nicht der Fall.“

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