Einwohner staunten über Raupenkran

Video: Kran hievt neue Brücke in Kleinvach über die Werra

Kleinvach. Schon gegen 8 Uhr hatten sich die ersten Anwohner an der Behelfsbrücke eingestellt. Von einem sehenswerten Ereignis, das man nicht alle Jahrzehnte sieht“, sprach auch Klaus Polednicek, der Ortsvorsteher von Kleinvach. Ein Raupenkran brachte drei 87 Tonnen schwere Teile der neuen Werra-Brücke in Kleinvach in Position.

1948 hatte der heutige Stadtteil von Bad Sooden-Allendorf zuletzt eine neue Brücke über die Werra bekommen. Und der riesige schwarze Kran mit den beiden Auslegern, der höhere davon immerhin 70 Meter lang, hatte schon am Wochenende Schaulustige angelockt.

Am Dienstagmorgen nun war es soweit, der Gittermast-Raupenkran legte die drei 55Meter langen Stahlträger, die zur Werrabrücke zusammengefügt werden, langsam über den Fluss. Das erste 87 Tonnen schwere Bauteil wurde um 8.13 Uhr angehoben, um 8.47 Uhr setzte die erste Stütze auf dem Widerlager am Ufer auf.

Danach war erst einmal wieder Hand- und Umladearbeit gefragt. Der Träger musste noch millimetergenau eingepasst werden. Doch da die Männer der Baufirma in den vergangenen Tagen und Wochen ganze Arbeit geleistet hatten, war nicht mehr viel zu verrücken, alles passte prima. Derweil begann an dem großen Kran eine notwendige Umräum-Aktion. Die Gegengewichte, die den Kran in der Waage hielten, mussten mit einem weiteren Kran abgehoben werden. Und als das Ungetüm sich wieder zu den noch verbliebenen, in den vergangenen Tagen erst zusammengeschweißten Trägern gedreht hatte, mussten die jeweils zehn Tonnen schweren Platten-Elemente wieder aufgeladen werden.

Brückenschlag über die Werra bei Kleinvach

Im Führerhaus des Kranes saß seelenruhig Jens Kohlmorgen. Der gelernte Fahrzeugschlosser bewegt seit 1985 Kräne, war sogar schon in Russland auf Montage. Wo lag die Schwierigkeit hier? „Das ist für uns normal“, antwortete der 58-Jährige gelassen. Die Aufmerksamkeit liege diesmal auf dem Zusammenspiel zwischen der Lastaufnahme, also den Brückenteilen, und der Aufnahme des Schwebeballasts, was wie eine Wippe funktioniere, erläuterte er.

Kurz nach 13 Uhr hatte der Kranführer auch den zweiten Stahlträger in seine Endlage gehoben. Und mit dem Auflegen des dritten Trägers auf dem Widerlager, es war genau 15.55 Uhr, war der Brückenschlag vollendet. Die Kleinvacher waren begeistert

Wenn das Wetter noch hält, so hofft Projektleiter Matthias Jeschik von Hessen Mobil in Eschwege, könne man bis Weihnachten die Anschlussarbeiten zügig vornehmen. Im Sommer, so ist vorgesehen, soll der Verkehr schon über die neue, 2,8 Millionen teure Brücke fließen können. Bislang, sagte Jeschik, „liegen wir gut im Plan“.

Von Stefan Forbert

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