Werraland Lebenswelten als Träger geplant

Inklusives Wohnprojekt soll in Sportinternat Bad Sooden-Allendorf einziehen

Das ehemalige Sportinternat in Bad Sooden-Allendorf.
+
Hier sollen wieder junge Sportler leben: Die Werraland-Lebenswelten wollen im Sportinternat ein inklusives Wohn-Projekt starten.

Für das ehemalige Sportinternat in Bad Sooden-Allendorf, das nach der Insolvenz seit wenigen Jahren leer steht, ist eine neue Nutzung zum Greifen nah.

Bad Sooden-Allendorf – Wenn alles planmäßig verläuft, sollen dort nach einjähriger Umbauphase schon im übernächsten Jahr junge Leute mit und ohne Handicap einziehen: Wohnen, Schule und Sport im Umkreis von wenigen Metern. Ähnlich wie früher im Sportinternat – allerdings ohne, dass die Stadt die Finanzierung stemmen muss.

In einer Sondersitzung des Finanzausschusses befürworteten am Mittwochabend die Vertreter aller Fraktionen im Stadtparlament das inklusive Vorhaben, für das der Magistrat schon im Mai einen Förderantrag gestellt hatte, nachdem Bad Sooden-Allendorf 2019 in das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ aufgenommen worden war.

Unter dem Aspekt der sozialen Integration könne die Stadt für die mit knapp zwei Millionen Euro veranschlagten Umbaumaßnahmen mit Zuschüssen in Höhe von 90 Prozent rechnen, sprach Bürgermeister Frank Hix von einer „tollen Chance, das Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen“. Während die Stadt Eigentümer bleibe und somit nur rund 200.000 Euro selbst zu stemmen hätte, sollen die Werraland Lebenswelten in Eschwege als Betreibergesellschaft auftreten – früher bekannt als Werraland-Werkstätten.

Für die Stadt sei das Risiko gleich Null, weil sie durch die Pacht das Geld nach 15 Jahren wieder drin hätte, so Werraland-Vorstand Georg Forchmann, der die Kosten für einen vergleichbaren Neubau auf gut vier Millionen Euro bezifferte. Zugleich wies Forchmann darauf hin, dass die Werraland Lebenswelten parallel am Balzerbornweg in Sooden ein Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung planten. Dafür habe der Landeswohlfahrtsverband bereits grünes Licht gegeben.

In dem Gebäude des früheren Sportinternats, erläuterte Diplom-Ingenieurin Sonja Kunze (Kassel), sollen für junge behinderte und nicht behinderte Menschen mit sportlichen Ambitionen 22 Einzelzimmer mit Bad entstehen, acht komplett barrierefrei, 14 barrierearm. Zwei versetzte Aufzüge sollen ins Ober- und Untergeschoss führen. Vorgesehen sei eine enge Kooperation mit der benachbarten Rhenanus-Schule und dem Schulsportclub.

Die hessischen Sportlandesverbände Leichtathletik, Tennis und Fußball hätten bereits signalisiert, diese neue und landes- wie bundesweit einmalige Einrichtung als Schwerpunkt ihrer Arbeit anzusehen. Für Bad Sooden-Allendorf sie ein Alleinstellungsmerkmal.

„Ein qualitativ ganz großer Sprung“, befand Martin Herrmann (Die Grünen). Und auch SPD-Mann Peter Hieronimus sprach von einem überzeugenden Konzept, das seine Fraktion „voll unterstützen“ werde.

Die Folgenutzung des Internats hatte von Anfang an der Förderkreis Schulsportzentrum unter maßgeblichem Einsatz von Andrea Stöber in Angriff genommen. Seit mehr als zwei Jahren führte sie Gespräche auf kommunaler und Landesebene. Ihr Urteil: „Eine Chance für ein neues Profil, die wir nicht verschenken dürfen.“ (Chris Cortis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.